03:54 19 Oktober 2017
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    Festnahme eines Fotojournalisten in Griechenland (Archivbild)

    Bedrängt, bedroht, erniedrigt: Lage von Journalisten in Europa – Studie

    © AP Photo/ Giorgos Nikolaidis
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    Rund ein Drittel der Journalisten aus den 47 Mitgliedsländern des Europarats und Belarus sind wegen ihrer Arbeit schon einmal körperlich angegriffen worden. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Europarats, berichtet die russische Zeitung „RBC Daily“.

    Psychische Gewalt sei das häufigste Druckmittel, das gegen Journalisten angewandt werde, heißt es. Dazu zählen Einschüchterungen, Drohungen und Erniedrigungen. 69 Prozent der Befragten gaben an, davon schon betroffen gewesen zu sein, so das Blatt.

    Auf dem zweiten Platz steht Einschüchterung im Netz. 53 Prozent der Umfrageteilnehmer seien bereits mit Einseitigkeitsvorwürfen konfrontiert worden oder seien Ziel von Diskreditierungskampagnen gewesen.

    Laut der Zeitung wurde 46 Prozent der befragten Journalisten schon einmal Gewalt angedroht, 39 Prozent wurden ausspioniert, 35 Prozent wurden von der Polizei eingeschüchtert.

    Bei 21 Prozent der Befragten wurde in den letzten drei Jahren die zum Arbeiten notwendige Ausrüstung konfisziert. 23 Prozent wurden strafrechtlich verfolgt oder festgenommen.

    Körperliche Attacken gegen Journalisten sind laut der Zeitung am meisten im Südkaukasus und in der Türkei verbreitet.

    Nachdem Druck auf sie ausgeübt wurde, änderte rund ein Drittel der befragten Journalisten laut dem Blatt den Ton der Veröffentlichungen. 23 Prozent verzichteten auf die Publikation von Teilen von Informationen, 15 Prozent sahen von Veröffentlichungen ganz ab.

    Die Umfrage wurde von April bis Juni letzten Jahres unter 940 Journalisten aus 47 Ländern durchgeführt, schreibt die Zeitung.

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    Drohungen, Journalisten, Gewalt, Pressefreiheit, Agentur RBC, Europarat, Europa