03:32 24 April 2017
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    Frauen bei der Navy

    Extra für Frauen: US-Navy will Unisex-Boote

    © AP Photo/ Patrick Semansky
    Gesellschaft
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    Dass die US-Navy Frauen zum Dienst an der Waffe zulässt, ist den Verfechtern der Geschlechtergleichheit wohl nicht genug. Jetzt sollen auch noch die Schiffe der US-Marine eigens auf die Bedürfnisse der weiblichen Personen in Uniform zugeschnitten werden, berichtet das Portal Navy Times.

    Die Atom-U-Boote der Virginia-Klasse werden als erste „gegendert“. So sollen mehr getrennte Toiletten- und Duschkabinen an Bord ein Gefühl der Geschlechtergleichheit schaffen. Die dreistöckigen Hochbetten in den Schlafräumen werden laut dem Portal mit Leitern ausgerüstet, damit es die Matrosinnen beim Hochklettern leichter haben.

    Auch die Druck- und Verschlussventile – davon gibt es an Bord der U-Boote einige – werden modifiziert: Derzeit sind sie an die Kraft eines Durchschnittsmannes angepasst, und die Soldatinnen haben es schwerer, sie zu bedienen – Frauenpower hin oder her. Selbstverständlich werden auch die Steuerungssysteme für Frauen adaptiert: Tiefergelegte Joysticks, Displays und Schalter sorgen dann für angenehmen Bedienkomfort.

    2021 soll das erste Boot der neuen „Gender-Klasse“, die „USS New Jersey“, einsatzbereit sein, so das Portal.

    Momentan sind 80 weibliche Offiziere auf den U-Booten der US-Navy im Einsatz, plus weitere 50 Zeitmatrosinnen. Künftig werden es aber mehr, sagen Experten.

    Eine der ersten Frauen auf einem US-U-Boot ist Marquette Leveque. Sie habe bislang keine besonderen Schwierigkeiten im Dienstalltag gehabt, sagt sie. Aber es wäre schön, würden die Hebel und Ventile etwas tiefer hängen – zumal es auch unter den Männern kleinere Kameraden gebe.

    Die Toiletten und die Duschen mit ihren männlichen Kollegen zu teilen, klappe auch ganz gut. Ein Warnschild an der Tür reiche dafür aus, so Leveque laut Portal. „Doch wenn es wirklich einmal mehr Frauen auf den U-Booten geben sollte, dann muss man den Innenraum schon anpassen“, sagt die US-amerikanische U-Boot-Pionierin.

    Zuvor sollten im Kampf um die Geschlechtergleichheit auch die Dienstgradbezeichnungen gegendert werden, schreibt das Portal. Der ehemalige Marineminister der USA habe die US-Navy aufgefordert, solche Begriffe wie „Seemann“ aus dem Jargon zu verbannen. Die Marine habe dem mit Verweis auf lange Traditionen eine Absage erteilt.

    Erst 2015 hatten die Marineinfanteristen der USA eine spezielle Übung abgehalten: Ein Vergleich zwischen einer rein männlichen und einer gemischten Kampfeinheit. Das Ergebnis ist für die Frauen weniger erfreulich: Die einzige Disziplin, in der sie ihren männlichen Kameraden wirklich überlegen waren, war das Schießen aus einem Großkalibergewehr. Ansonsten aber behinderten die Frauen ihre Einheit eher. Denn sie waren häufiger verletzt, liefen langsamer und hatten es deutlich schwerer, die Verwundeten vom Schlachtfeld zu schleppen.

    (Geschlechter-) Gerechtigkeitshalber muss man aber sagen, dass die Übung unter unfairen Voraussetzungen stattfand, schreibt das Portal. Die Männer, die daran teilnahmen, waren kampferprobte Soldaten. Die Frauen aber Anfängerinnen, die gerade aus der Grundausbildung kamen.

    Tags:
    Marine, Geschlecht, Frauen, US-Marine Corps (USMC), US-Navy, U.S. Navy, USA