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    Monumentalstatue Mutter Heimat ruft in Wolgograd

    Warnung und Rat aus Wolgograd: „Vergesst nicht die Geschichte! Lest Bücher!“

    © Sputnik / Konstantin Chalabow
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    „Russland macht immer den ersten Schritt.“ Deshalb sieht der Oberbürgermeister von Wolgograd, Andrej Kosolapov, Chancen für bessere deutsch-russische Beziehungen. Das Stadtoberhaupt des früheren Stalingrad warnt im Sputnik-Interview vor leichtfertigen Schritten, die das Verhältnis beider Länder gefährden, und hofft auf den Sieg der Vernunft.

    Herr Bürgermeister, Sie haben an der Veranstaltung im Reichstag mit dem Titel "Tauwetter oder Eiszeit?" teilgenommen. Was denken Sie, was dominiert momentan im Verhältnis zwischen Deutschland und Russland?

    Erstens dominiert das positive Verhältnis unserer Völker zu einander. Zweitens dominieren wirtschaftliche Momente, die angesichts der Sanktionen für Deutschland nicht mehr vorteilhaft sind. Aber es dominiert auch die fehlende Kommunikation im Bereich der Kultur, Bildung und der Kunst, die unseren Leuten fehlt.

    Haben sie Hoffnung auf Verbesserung der Verhältnisse zwischen Deutschland und Russland?

    Ich bin ein sehr optimistischer Mensch und ich hoffe, dass die Vernunft im Endeffekt siegen wird.

    Herr Kosolapov, Sie haben vorhin ein Fußball-Turnier zwischen den Bundestagsabgeordneten und den Abgeordneten der russischen Duma vorgeschlagen. Was könnte noch helfen, das deutsch-russische Verhältnis zu verbessern?

    Das kann die Organisation einiger Konzerte unserer Kinderensembles sein, sowohl in Russland als auch in Deutschland. Das sind Sportwettbewerbe, Fußball, Tischtennis, Schach, Eishockey,  Volleyball, Basketball. Egal, ob auf professioneller oder Amateurebene oder ob zwischen den Abgeordneten oder auf administrativer Ebene.

    Was glauben sie, wer sollte in dieser diplomatischen Krise  den ersten Schritt machen?

    Russland macht immer den ersten Schritt. Wir haben den bereits getan.

    Wie haben sich die Sanktionen auf Russland und auf die Wolgograder Region ausgewirkt?

    Entgegengesetzt allen Erwartungen haben sich die Sanktionen sowohl auf die russische Föderation als auch teilweise auf Wolgograd und das Wolgograder Gebiet  positiv ausgewirkt. Wir verzeichnen eine Steigerung des Warenumsatzes, wir verzeichnen einen starken Zuwachs im Agrarsektor. Wir haben eine Rekordernte im Bereich von Obst, Gemüse und Getreide. Es wurde eine starke Modernisierung in strategisch wichtigen Bereichen der Produktion, wie in der Ölverarbeitung, im Chemiesektor und Metallverarbeitung, durchgeführt.

    Mit welchem Ziel sind sie nach Deutschland und Berlin gekommen?

    Das Ziel meines Besuches ist es, die Leute zu unterstützen, die logisch, argumentiert und vernünftig denken, die in unserer Welt gegen radikale und nationalistische Organisationen auftreten, gegen Faschismus. Menschen, die zuerst an ihr Volk und dann an alles andere denken.

    Oberbürgermeister von Wolgograd Andrej Kosolapov
    © Sputnik / Konstantin Chalabow
    Oberbürgermeister von Wolgograd Andrej Kosolapov

    Was verbindet die beiden Städte Berlin und Wolgograd?

    Berlin und Wolgograd sind durch ihre Kultur und Geschichte, die viele Jahrhunderte zurückreicht, miteinander verbunden. Und ich habe für diejenigen, die gerade bereit sind, leichtfertige Schritte zu unternehmen, nur einen Rat: Vergesst nicht die Geschichte! Lest Bücher!

    Interview: Paul Linke

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