23:45 16 August 2017
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    Ukrainische Nationalisten in Donbass

    Im Donbass aktiv: Mutmaßlichem Kriegsverbrecher aus Österreich droht lebenslange Haft

    © Sputnik/ Alexander Maksimenko
    Gesellschaft
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    Eine lebenslange Freiheitsstrafe droht dem Österreicher, der am Wochenende in Polen festgenommen wurde. Ihm wird vorgeworfen, in der Ostukraine auf der Seite Kiews gekämpft und unschuldige Menschen getötet zu haben. Wegen dieses mutmaßlichen Kriegsverbrechens wurde er mit Europäischem Haftbefehl gesucht.

    Wenig bestätigte Informationen, dafür umso mehr Gerüchte machen seit dem Wochenende in der internationalen Presse die Runde. 25 Jahre alt und ehemaliger Bundesheersoldat soll der Mann sein und aus dem Vorarlberg stammen. Auch ein Name steht im Raum: Benjamin F. Bevor er in die Ukraine ging, soll er für die Peschmerga und die YPG gegen den IS in Syrien und dem Irak gekämpft haben. Auch ein Sprecher des rechtsradikalen ukrainischen Prawyj Sektor soll bestätigt haben, dass ein Österreicher in der 59. Brigade der ukrainischen Armee gekämpft haben soll.

    Dass der Prawyj Sektor den Mann identifiziert haben will, sei der ermittelnden Staatsanwaltschaft der Wiener Neustadt nicht bekannt, so Staatsanwalt Erich Habitzl gegenüber Sputnik. Dass es sich um einen österreichischen Staatsbürger handle, der im polnischen Dorohusk bei dem Versuch der Einreise in die Ukraine festgenommen worden war, konnte er hingegen bestätigen.

    “Die Information ist korrekt. Wir ermitteln gegen den Beschuldigten unter anderem wegen des Verdachts von Kriegsverbrechen gegen Personen. Er steht im Verdacht, auf ukrainischer Seite kämpfend im Zuge der Gefechte um den Flughafen von Donezk Soldaten, die sich bereits ergeben haben, bzw. Zivilisten getötet zu haben. Die Übergabe durch die polnischen Behörden haben wir bereits beantragt.“

    Worauf sich der Tatvorwurf stützt, wollte Habitzl aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen, jedoch gebe es „konkrete Beweismittel“.

    Bevor der Beschuldigte zu den Vorwürfen befragt werden kann, muss er aber erst einmal von Polen ausgeliefert werden.

    „Die polnischen Behörden haben über unser Übergabeersuchen nach ihrem innerstaatlichen Recht zu entscheiden. Da gibt es natürlich auch Rechtsmittelmöglichkeiten. Das heißt, von österreichischer Seite kann man nicht seriös abschätzen, wie lange das Verfahren dauern wird.“

    Die Ermittlungen würde Österreich führen, weil es sich um einen österreichischen Staatsbürger handle, so Habitzl. Sollte der Mann der Kriegsverbrechen gegen Personen für schuldig befunden werden, drohe ihm in Österreich eine lebenslange Haftstrafe.

    Ilona Pfeffer

    Bericht zum Nachhören:

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    Tags:
    Haftstrafe, Kriegsverbrechen, Festnahme, Donbass, Polen, Österreich, Ukraine
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