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    Deutsch-russisches Jugendforum: EU braucht „konstruktivere Realpolitik“

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    Junge Menschen aus Deutschland und Russland haben am Donnerstagabend beim Jugendforum in Moskau Auswege aus der Sackgasse der russisch-westlichen Beziehungen gesucht. Gegenüber Sputnik äußerten die Organisatoren ihre Vorstellungen der Optionen für ein besseres Verhältnis zwischen den Seiten.

    Matthias Platzeck, Vorstandsvorsitzender des Deutsch-Russischen Forums, zufolge betreffen die Kontakte zwischen Russland und dem Westen auch Jugendliche.

    „Darüber muss sich auch die künftige Generation Gedanken machen, denn das Problem wird irgendwann in ihre Hände übergehen“, sagte Platzeck der Sputnik-Korrespondentin Natalija Pawlowa.

    Die deutsch-russischen Beziehungen seien seit Jahrzenten nicht so schlecht gewesen wie heute. Zwar sei es in den letzten paar Jahren öfter zu Dialogversuchen gekommen, doch beschränkten sich diese darauf, einander die unterschiedlichen Positionen mitzuteilen. Zuletzt sei das beim Treffen der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Sotschi bemerkbar gewesen.

    „Wir kommen selten darüber hinaus zu sagen, was uns trennt, und schaffen es nicht zu sagen, wie wir eigentlich wieder zur näheren Kooperation kommen.“

    Wie Platzeck ferner feststellte, bestehe ein weiteres Problem darin, dass der Begriff „Russland-Versteher“ heute als Vorwurf gegen jene, die sich bemühen, Brücken zu bauen, gebraucht werde.

    Martin Hoffmann, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutsch-Russischen Forums, sagte gegenüber Sputnik, man könne viel von den jungen Leuten am Forum lernen. Die älteren Experten seien in ihren Vorstellungen eingefangen, die jungen Leute hätten hingegen sehr viel Dynamik.

    „Wir müssen einen Durchbruch, eine andere Politik im Eurasischen Raum schaffen. Es kann eine Chance sein, von Lissabon bis Wladiwostok wieder einen Ansatz für Vertrauen zu finden“, so Hoffmann.

    Michael Schach, Mitglied im Integrationsrat Essen, zufolge war es sogar zur Zeit des Kalten Krieges leichter gewesen, einen Kompromiss zu finden.

    „Ich würde mir von der europäischen Seite eine konstruktivere Realpolitik wünschen, um eben den globalen Frieden und die globale Wohlfahrt zu steigern“, sagte Schach.

    Wenn ein Problem die Kooperation behindert, muss man die Fähigkeit haben, es zur Seite zu stellen, sagte einmal der deutsche Politiker Egon Bahr. Platzeck führte in diesem Zusammenhang die Krim als Beispiel an, zu der es unterschiedliche Sichten in der EU und Russland gibt. Diese Frage müsse einfach beiseitegelegt und stattdessen Themen gemeinsamer Interessen besprochen werden, betonte er.

    Das Jugendforum fand in Moskau im Gebäude der Gortschakow-Stiftung zur Unterstützung der öffentlichen Diplomatie statt. Zum ersten Mal wurden zu den Potsdamer Begegnungen junge Leute aus Deutschland und Russland zur Teilnahme an der Diskussion eingeladen.

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    Diskussion, Partnerschaft, Freundschaft, Forum, Jugend, EU, Moskau, Russland, Deutschland