14:04 24 November 2020
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    Eines der vorrangigen Themen des ersten Treffens zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und seinem US-Amtskollegen Donald Trump ist laut dem Sonderbeauftragten Andrei Krutskich sicher die Gewährleistung der Informationssicherheit. „Kommersant“-Expertin Elena Tschernenko erläutert die Situation für Sputnik.

    Russland hat der neuen amerikanischen Administration bereits vorgeschlagen, ein Abkommen im Bereich Cyber-Sicherheit zu unterzeichnen, wie die Ressortleiterin Außenpolitik der russischen Tageszeitung „Kommersant“, Elena Tschernenko, gegenüber Sputnik sagte. Dabei sollte es vor allem darum gehen, Zwischenfälle zu vermeiden, denn es sei einfach, einen Konflikt zwischen den USA und Russland von außen zu provozieren. „Ein Aggressor aus einem anderen Land kann es mit technischen Mitteln so aussehen lassen, als ob zum Beispiel die USA von Russland aus attackiert worden seien, obwohl dem nicht so ist. Deswegen ist Russland besorgt, dass es zu gefährlichen Zwischenfällen kommen könnte und hat darum Russland vorgeschlagen, mehr Informationen miteinander auszutauschen, einen Dialog in diesem Bereich aufrechtzuerhalten, und vor allem zusammenzuarbeiten, um eine Katastrophe zu vermeiden.“ Einzelheiten gebe es aber bislang nicht, da über dieses Thema erst bei dem angedachten ersten Treffen der beiden Präsidenten gesprochen werden solle, so die Journalistin.

    In Russland gehe man davon aus, dass es gut wäre, „globale Regeln im Bereich Cyber Security zu etablieren, damit sich die Staaten an diese Regeln halten. Dabei geht es nicht um Zensur, sondern um ganz einfache Spielregeln, die helfen sollen, Konflikte zu vermeiden. Man sollte beispielsweise vermeiden, dass Hacker das Territorium eines anderen Landes benutzen, um Hackerattacken zu starten. Es soll mehr Kooperation in diesem Bereich geben, damit Länder einander nicht ohne Beweise beschuldigen, dass es solche Attacken gab“, so Tschernenko weiter.

    Es gebe ein ganzes Regel-Packet, erinnert die Journalistin, die Russland auf UN-Ebene vorgeschlagen hatte. „Leider sind diese Regeln momentan nicht weit gekommen. Es geht gegenwärtig nur um freiwillige Handlungen und nicht um etwas Festes, woran man sich jetzt halten könnte.“

    US-Anschuldigungen und russische Antwort

    Zu der angeblichen Einflussnahme bei den US-Wahlen und anderen Anschuldigungen aus Übersee habe Russland bereits eine offizielle Antwort gegeben, in der alle Fragen der amerikanischen Seite beantwortet worden seien, so Tschernenko. Sie habe auch die US-Botschaft in Moskau um einen Kommentar gebeten, „ob die Amerikaner mit den Antworten, die sie aus Moskau erhalten haben, zufrieden sind. Es gab leider keinen Kommentar dazu.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Cybersicherheit, Elena Tschernenko, USA, Russland