20:04 18 August 2017
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    Bundeswehr-Soldat (Symbolbild)

    Medien entdecken Hinweise auf rechtes Netzwerk an Bundeswehr-Uni

    © AP Photo/ Matthias Schrader
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    Unter den Studenten der Bundeswehr-Universität München könnte seit Jahren ein rechtsextremes Netzwerk bestehen, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“. Ihren Recherchen zufolge gibt es „zahlreiche Verbindungen“ zwischen Studenten und Absolventen und der rechtsextremen „Identitären Bewegung“, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

    Der Militärische Abschirmdienst (MAD) überprüfe vier Studenten der Münchner Bundeswehr-Universität wegen des Verdachts auf Rechtsextremismus, schreibt die Zeitung unter Berufung auf den Verteidigungsausschuss des Bundestages. Unter anderem solle geklärt werden, ob die Studenten auch Kontakt zum terrorverdächtigen Oberleutnant Franco A. oder zu seinem mutmaßlichen Komplizen Maximilian T. hatten, der in Neubiberg studierte.

    Die beiden Soldaten stehen im Verdacht, einen Anschlag geplant zu haben. Insgesamt überprüft der MAD derzeit 284 Rechtsextremismus-Verdachtsfälle in der Truppe, darunter finden sich insgesamt auch elf Studenten.

    Die „Identitäre Bewegung“ inszeniere sich im Netz jugendlich und heimattümelnd, mache aber immer häufiger durch fremdenfeindliche Aktionen auf der Straße auf sich aufmerksam, so die „Süddeutsche Zeitung“. An vorderster Front sei in Bayern ein weiterer Absolvent der Münchner Bundeswehr-Hochschule aktiv, der zuletzt in Ostbayern stationierte Oberleutnant Felix S., der im vergangenen Juli vor der Bayerischen Staatskanzlei gemeinsam mit Führungskadern der Identitären unter dem Motto „Integration ist eine Lüge“ demonstrierte.

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    Tags:
    Bundeswehr, Deutschland
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