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16:43 21 Oktober 2019
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    Die Demokratische Republik Kongo

    „Heute Binnenmigrant, morgen Asylbewerber“: Was treibt Menschen aus der Heimat?

    © REUTERS / Goran Tomasevic
    Gesellschaft
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    Die Anzahl der sogenannten Binnenvertriebenen, die wegen bewaffneter Konflikte oder Naturkatastrophen ein neues Zuhause in einem anderen Teil ihres Landes suchen, hat 2016 bei 31,1 Millionen Menschen gelegen, wie die Norwegische Flüchtlingshilfe (NRC) und das Schweizer Monitoring-Zentrum (IDMC) mitteilen.

    Demnach mussten 6,9 Millionen Menschen ihre Heimatplätze wegen eines Konfliktes im Land verlassen. Die größte Zahl der intern Vertriebenen soll in der Demokratischen Republik Kongo gemeldet worden: knapp eine Million (922.000 Menschen).

    Auf den zweiten Platz liegt Syrien mit 824.000 Binnenflüchtlingen. Deren Anzahl im Irak und Afghanistan liege bei 659.000 beziehungsweise 653.000 Menschen, so der Bericht.

    In 24,2 Millionen der Fälle jedoch seien Naturkatastrophen der Grund für die Migration. Dahingehend sei China mit 7,4 Millionen intern Vertriebener weltweiter Spitzenreiter. Weiter folgen die Philippininnen (5,9 Millionen) und Indien (2,4 Millionen Binnenmigranten).

    Mehr zum Thema: «Fünfzehn Thesen zu kultureller Integration und Zusammenhalt» – Wozu?

    Die interne Vertreibung wird laut der IDMC-Chefin Alexandra Bilak derzeit oft übersehen, weil die Welt sich auf Flüchtlingen fokussiert. Trotzdem sei die Binnenmigration oft „ein Ansatzpunkt für weitere Wanderungen“.

    „Ohne richtige Unterstützung und Schutz kann aus einem Binnenflüchtling schon von heute auf morgen ein Flüchtling, ein Asylbewerber oder ein internationaler Migranten werden“, so Bilak.

    Die Anzahl der Binnenflüchtlinge steigt laut den Berichtsautoren derweil weiter, solange den Krisen keine ausreichende Aufmerksamkeit geschenkt wird.

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    Tags:
    Migrationskrise, Migranten, Indien, Philippinen, China, Afghanistan, Irak, Syrien, Demokratische Republik Kongo