18:38 16 Juni 2019
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    Ukrainische Kampfpanzer

    Er tötete Zivilisten im Donbass - Ex-Bundesheersoldat nach Österreich überstellt

    © AP Photo / Irina Gorbaseva
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    Nachdem ein polnisches Gericht die Auslieferung eines österreichischen Staatsangehörigen genehmigt hat, der Ende April wegen auf der Seite der ukrainischen Armee begangenen Kriegsverbrechen festgenommen wurde, sitzt dieser nun in einem Untersuchungsgefängnis in seinem Heimatland.

    Die Auslieferung habe am Montag stattgefunden, bestätigte der Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, Erich Habitzl gegenüber Sputniknews.  Der Vorarlberger Benjamin F. werde nun von der Polizei und dem Staatsanwalt verhört. Er dürfe für die Ermittlungen nicht länger als 14 Tage in Untersuchungshaft gehalten werden, aber die Entscheidung darüber werde im Ergebnis seines Verhörs voraussichtlich am Mittwochabend getroffen werden.

    Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen vor, Kriegsverbrechen in der Ostukraine begangen zu haben. Der ehemalige Bundesheersoldat soll im Frühjahr 2016 „gegnerische Soldaten, die sich bereits ergeben hatten, beziehungsweise Zivilisten getötet” haben.

    Zuvor teilten jedoch Ex-Kameraden aus einer ukrainischen Aufklärungseinheit gegenüber dem „profil“ mit, der Voralberger sei an keinen Kämpfen beteiligt gewesen und habe lediglich als „Tactical Medic“ –  also in etwa „kämpfender Sanitäter“  – Leichen geborgen und abtransportiert. So erklärten sie belastende Fotos, auf denen F. neben verstümmelten Leichen posierte.

    Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums hatte sich der Österreicher ab dem 17. Mai 2016 der 59. Brigade der regulären ukrainischen Streitkräfte angeschlossen. Am 15. Dezember 2016 soll er sich unerlaubt von seiner Einheit entfernt haben, behauptet die ukrainische Behörde. Laut mehreren Medienberichten soll F. auch Mitglied der rechtsextremen ukrainischen Organisation „Rechter Sektor“ gewesen sein.

    Nach seiner Festnahme in Polen hatten sämtliche ukrainische Medien den Österreicher zunächst fälschlicherweise als Kämpfer einer Armeeeinheit einer der beiden selbsternannten Volksrepubliken bezeichnet.

    Die ukrainische Regierung hatte im April 2014 eine Militäroperation gegen die selbsterklärten Volksrepubliken Lugansk und Donezk im Donbass gestartet, die nach dem nationalistischen Umsturz im Februar 2014 in Kiew ihre Unabhängigkeit erklärt hatten. Aber selbst nach Vereinbarung einer Waffenruhe gibt es weiter Schusswechsel zwischen den Konfliktparteien, nach jüngsten Angaben der Uno hat der Konflikt bisher mehr als 10.000 Menschenleben gefordert. Die Situation befindet sich in einer Sackgasse.

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    Tags:
    Österreich, Donbass, Ukraine