Widgets Magazine
09:54 14 Oktober 2019
SNA Radio
    Polizei-Patrouille in einem Asylheim (Archivbild)

    Mord an russischem Kind: Kritik aus Polizeigewerkschaft an Behörden

    © AFP 2019 / DPA/Daniel Reinhardt
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    9852
    Abonnieren

    Als Fehler bezeichnet der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Bayern, Peter Schall, dass der Täter von Arnschwang als geduldeter Asylbewerber in der Flüchtlingsunterkunft untergebracht wurde. Der Polizeigewerkschafter kritisiert in dem Zusammenhang auch die eingesetzte elektronische Fußfessel.

    „Vom Grundsatz her hätte man aufgrund seiner Vorgeschichte diesen Menschen dort niemals unterbringen dürfen“, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern, Peter Schall, im Interview mit Sputnik-Korrespondent Bolle Selke.

    „Es stellt sich natürlich die Frage, wo ist die Information hängen geblieben? Man darf dabei nicht vergessen, dass wir ja Datenschutzbestimmungen haben und die Polizei ihre Erkenntnisse nicht so ohne weiteres an andere Behörden weiter geben darf.“ So stelle sich die Frage, ob die Behörde, die für die Zuteilung der Unterkunft zuständig ist, die Informationen über die vorangegangenen Gewalttaten dieses Menschen gehabt habe.

    Auch die Fußfessel, die der verurteilte Straftäter aus Afghanistan trug, sieht Schall kritisch. Er betonte: „Das ist ja immer unser Kritikpunkt an der elektronischen Fußfessel. Das ist wieder so eine typische Geschichte der Politik: Wir tun was. Die Fußfessel zeigt mir im Endeffekt, sofern sie funktioniert und der Täter sie nicht abmacht, wo sich der Täter aufhält. Was der letztendlich dabei treibt, das weiß kein Mensch und das kann auch keiner beeinflussen.“

    Der Polizeigewerkschafter verweist auf den ersten Häftling Bayerns, der im Jahr 2013 mit einer elektronischen Fußfessel und hohen Auflagen entlassen wurde. Nur drei Monate danach missbrauchte er ein siebenjähriges Mädchen. „Da hat man auch gewusst, wo er ist, aber was der letztendlich getan hat, kam dann erst hinterher heraus. Von daher ist diese elektronische Fußfessel nicht das Allerheilmittel, wie es die Politik gerne in der Öffentlichkeit verkauft."

    In einer Asylbewerberunterkunft im oberpfälzischen Arnschwang hatte ein Mann am Samstagabend einen fünf Jahre alten Jungen aus Russland in seine Gewalt gebracht und mit Messerstichen tödlich verletzt. Die Mutter des Kindes wurde von ihm zwar schwer, jedoch nicht lebensbedrohlich verletzt. Die Polizei meldete, dass der Täter ein verurteilter Straftäter war und eine elektronische Fußfessel trug.

    Interview zum Nachhören:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Mord-Drama in bayrischem Asylheim: Polizei nennt Einzelheiten
    Afghane tötet fünfjähriges Kind aus Russland in Asylheim in Bayern
    Tags:
    Kind, Mord, Asylbewerber, Deportation, Kritik, Polizeigewerkschaft GdP, Afghanistan, Russland, Arnschwang, Bayern, Deutschland