19:59 22 November 2019
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    Ukrainische Nazionalsozialisten (Archivbild)

    Ukrainische Stadt will Nazi-Geburtstag feiern – statt Pogrom-Opfern zu gedenken

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    Die Stadtväter von Lwiw in der Westukraine wollen es am 30. Juni so richtig krachen lassen, berichtet die Onlinezeitung „Wsgljad“. Mit einem Stadtfest soll an die „Heldentaten“ eines waschechten Nazis erinnert werden – nicht an die Juden, die jener am 30. Juni 1941 bei Pogromen in der Stadt tötete.

    Ein „Schuchewitsch-Fest“ solle am 30. Juni 2017 in Lwiw stattfinden, schrieb Eduard Dolinski bei Facebook. Er ist Chef einer jüdischen Vereinigung in der Ukraine. Damit wolle die Stadtverwaltung das 110. Jubiläum von Roman Schuchewitsch begehen, einem Hauptmann der Schutzmannschaft und Kommandeur der Ukrainischen Aufstandsarmee.

    Zuvor hatte das Kulturdepartement des Stadtrats von Lwiw entsprechende Pläne bekannt gegeben.

    „Auf diese Weise hat man in Lwiw beschlossen, den schrecklichen Tod Tausender unschuldiger Juden zu feiern“, schrieb Dolinski.

    Er erinnerte: Am 30. Juni 1941 fanden in Lwiw und anderen westukrainischen Städten Juden-Pogrome statt, die unter anderem von der Organisation ukrainischer Nationalisten veranstaltet wurden. Auch das Bataillon „Nachtigall“ beteiligte sich daran – Roman Schuchewitsch war einer ihrer Kommandeure.

    Die Wehrmacht hatte Lwiw am 30. Juni 1941 besetzt und bildete sogleich Nazi-Kampfgruppen, die die Juden in der Stadt massakrierten. Am 1. Juli begannen die Pogrome gegen Juden. Binnen weniger Tage wurden zwischen 4000 und 7000 von ihnen ermordet.

    Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erhob die Ukrainische Aufstandsarmee im Mai 2015 per Gesetz in den Stand einer Heldenorganisation. Ihre Tätigkeit ist dabei als Befreiungskampf eingestuft worden.

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    Tags:
    Nationalsozialismus (Nazismus), Fest, Petro Poroschenko, Roman Schuchewitsch, Ukraine