11:32 20 Februar 2020
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    Ein Jahr nach der herzzerreißenden Geschichte über einen verletzten Jungen in Aleppo wirft das russische Außenministerium CNN „schweren Betrug“ und „Manipulation des Massenbewusstseins“ vor und fordert von dem US-Fernsehsender eine Richtigstellung.

    Im August hatte ein Video mit dem kleinen Omran Daqneesh, der nach einem Luftangriff auf die umkämpfte nordsyrische Stadt Aleppo blutbeschmiert aus den Trümmern gerettet wurde, weltweit für Entsetzen gesorgt.

    Westliche Medien machten Russland für den Luftschlag verantwortlich. Das russische Militär bestritt Angriffe in dieser Gegend. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, erklärte, warum die Schäden an dem Gebäude, das auf dem Video mit dem kleinen Omran zu sehen ist, unmöglich von einer Fliegerbombe hätten stammen können, sondern eher von einer Mine oder Gasbombe, wie sie von den Terroristen wiederholt verwendet werden.

    Dennoch zeigte CNN-Moderatorin Christiane Amanpour während eines Interviews mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow Ende 2016 ein Foto des fünfjährigen Omran, der, mit Blut und Staub bedeckt, regungslos in einem Rettungswagen sitzt und mit leblosem Blick ins Leere starrt. „Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagte die Journalistin damals.

    „Wir haben gestern Nachmittag an das CNN-Büro ein offizielles Schreiben geschickt – mit der Mahnung wegen der Manipulation des gesellschaftlichen Bewusstseins durch die CNN-Moderatorin Frau Amanpour während des Interviews mit Sergej Lawrow im Vorfeld der amerikanischen Wahlen“, teilte die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa am Donnerstag mit.

    „Wir gehen davon aus, dass der Sender oder die Kolumnistin auf irgendeine Weise reagieren und dem Publikum Erklärungen abgeben müssen“, so Sacharowa. Sie rief CNN und Moderatorin Amanpour persönlich zu einem direkten Kontakt auf, „um den schweren Betrug von Ende 2016 wiedergutzumachen“.

    Angesichts der CNN-Zuschauerzahl war das eine globale Massenmanipulation“, sagte die Sprecherin ferner.

    Zuvor hatte auch Muhammad Daqneesh, der Vater des Jungen von Aleppo, beklagt, dass das Leid seines Sohnes, dessen Foto um die Welt ging, missbraucht worden sei, um die Regierung in Damaskus schlechtzureden. So sei sein Sohn entgegen den Berichten nur leicht verletzt worden, die Rebellen aber hätten maßlos übertrieben. Er selbst stehe zur Regierung von Baschar al-Assad; doch sein Sohn sei gegen das syrische Regime instrumentalisiert worden.

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    Tags:
    CNN, Syrien, Russland