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    Öffnung Ehe für alle-Gesetz, Berlin

    „Erstmals Rot-Rot-Grün“: MdB Dehm (LINKE) zu „Ehe-für-alle“-Votum

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    Für den Bundestagsabgeordneten Diether Dehm (LINKE) war die „Ehe für alle“ überfällig: In unseren Metropolen sei es ja fast schon ein Makel, wenn man sagt, man ist noch heterosexuell und habe noch keine anderen Erfahrungen, scherzt er gegenüber Sputnik. Aber dann wird er ernst.

    „Wir dürfen nicht vergessen: Die Deutsche Demokratische Republik hat den Paragraphen 175 (dieser stellte im Strafgesetzbuch die sexuellen Handlungen zwischen Männern unter Strafe, Anm. d. Red.) viel eher abgeschafft als die noble Bundesrepublik“, erklärt Dehm.

    Von daher sei die Bekämpfung der Schwulenverfolgung gute linke Tradition. Man dürfe in der Diskussion um die gleichgeschlechtliche Ehe aber nicht vergessen: Im 3. Reich landeten Schwule mit dem  „Rosa Winkel“ im KZ.

    „Wie kurz ist es her, dass bei uns schwul sein eine Straftat war?“ fragt er. „Wir tun immer so, als hätten wir den tiefen Teller oder die Bratkartoffel erfunden.“

    Darum hat Dehm Verständnis für konservativ Denkende, die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe sind. Da müsse man Geduld haben und die Leute nicht von oben herab hänseln. Bei der Abstimmung am Freitagmorgen im Bundestag stimmten SPD, Grüne und die Linke gemeinsam für die „Ehe für alle“. Das wünscht sich der frühere Musikproduzent auch bei anderen Themen: „Jetzt, zum ersten Mal, kommt die SPD aus dem Gebüsch und arbeiten die Grünen mit der Linken zusammen.“

    Diese Zusammenarbeit müsste angesichts von Altersarmut, von alleinerziehenden Müttern und Kindern, die von Armut bedroht sind sowie von Nato-Truppen an der Grenze zu Russland – selbstverständlich sein. 

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Homosexualität, Ehe, Die LINKE-Partei, Diether Dehm, Deutschland