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15:31 22 Oktober 2019
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    Proteste gegen G20-Gipfel in Hamburg

    Fußballverein FC St.Pauli öffnet das Stadion für G20 Gegner

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
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    Der FC St. Pauli öffnet seine Tore für die G20-Demonstranten: 200 Menschen können im Stadion des Vereins übernachten. Der große Ansturm bleibt jedoch aus. Wer seine Zelte im Stadion aufschlägt und was die Camper mit sich führen, wird nicht kontrolliert.

    Dem will der geschichtsträchtige Fußballverein FC St. Pauli Abhilfe schaffen. Am Donnerstag Vormittag hat er verkündet, dass das Stadion für bis zu 200 Demonstranten offen stehe, die im Stadion ihre Zelte aufschlagen dürfen.

    Gegenüber Sputnik erklärte der Pressesprecher des Vereins Christoph Pieper:

    „Wir haben in den letzten Tagen aus unserem Umfeld immer häufiger Anfragen bekommen, inwieweit es möglich wäre, unser Stadion zu öffnen, da der Bedarf an Schlafplätzen recht groß sei. Da wir als Verein die Position vertreten, dass das Demonstrationsrecht und freie Meinungsäußerung wichtige Werte sind, wollen wir den Leuten die Möglichkeit bieten, hier zur Ruhe zu kommen und Schlafmöglichkeiten zu haben. In Absprache mit den Organisatoren des Camps in Entenwerder haben wir relativ spontan die Vorkehrungen dafür getroffen, dass 200 Leute hier schlafen können.“

    Im Unterschied zu den anderen Camps sei das Stadion privates Gelände, sodass der FC St. Pauli freier sei in dem, was er hier machen wolle und könne. Man stehe aber grundsätzlich in dauerndem Dialog mit der Polizei, so Pieper.

    Ich habe mich selbst zum Stadion aufgemacht, um zu sehen, wie es vor Ort aussieht. Gerechnet hatte ich mit einer großen Menge von Menschen, Zelten und Gepäck, doch auf dem Gelände des Vereins war nichts davon zu sehen. Mir kamen bereits Zweifel, ob meine Informationen richtig waren.

    Am Einlass zum Stadion traf ich auf mehrere Ordnungskräfte, die mir und den drei einzigen Campern, die ich sah, blaue Bändchen verpassten und ein Begrüßungsschreiben in die Hand drückten. Keine Ausweis- oder Taschenkontrollen, nicht einmal unsere Namen wollten sie wissen. Ich hätte alles mit reinnehmen können.

    Könnte das Vereinsgelände vom FC St. Pauli einer dieser Mobilisierungsräume werden, die die Polizei zu verhindern sucht?

    Christoph Pieper teilt meine Bedenken nicht. Auf die fehlenden Kontrollen angesprochen, sagt er:

    „Wir werden hier keine Gesinnungskontrollen durchführen und werden die Leute auch nicht filzen.“

    Noch ist es im Stadion leer und ruhig, dennoch darf ich keine Aufnahmen machen. Der Verein wolle den Menschen einen Ruheraum bieten, wo sie von niemandem, auch nicht von neugierigen Journalisten, behelligt werden. Ich sehe es ein und ziehe mich zurück.

    Die Öffnung des Stadions für die Demonstranten sei auch ein politisches Statement und passe zur Mentalität des Vereins, erklärt Pieper abschließend.

    „Der FC St. Pauli ist ein politischer Verein, ganz klar. Wir haben eine klare Haltung und das Recht auf Demonstration ist ein wichtiges und schützenswertes Recht. Da das unserem Wertekanon entspricht, machen wir hier quasi nur das, wofür wir stehen.“

    Ilona Pfeffer

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