12:35 20 Februar 2020
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    Molotow-Cocktails, brennende Streifenwagen, Flaschenwürfe auf Polizisten: Aufgrund der schweren Ausschreitungen im Vorfeld des G20-Gipfels erhält die Hamburger Polizei nun Unterstützung durch Kollegen aus dem ganzen Land. Auch Polizisten aus dem Ausland helfen. Polizeigewerkschaft: „Die Kollegen sind fix und fertig.“

    „In unserer Stadt sind seit einigen Tagen schon etwa 19.000 Polizeibeamte im Einsatz“, sagte Rudi Neu, Pressesprecher der Polizei Hamburg, gegenüber Sputnik.

    „Diese benötigen nun noch weitere Unterstützung. Wir bekommen aktuell bundesweite Hilfe, aus fast allen anderen Bundesländern werden uns Polizeieinheiten unterstützen. Leider können wir derzeit nicht sagen, wie viele neuangeforderten Kollegen uns derzeit zusätzlich unterstützen, aufgrund der zahlenmäßigen Schwankungen ist dies nicht möglich. Allerdings kann ich sagen, dass uns auch Polizisten aus Österreich, Dänemark und Holland unterstützen.“ Zu den gewalttätigen Demonstranten kommentierte Polizeisprecher Neu: „Dieses Verhalten kann ich nicht nachvollziehen. Diese Gewalttätigen sind Straffällige.“

    Die Polizeigewerkschaft der Hansestadt Hamburg zeigte die Dramatik der Situation auf. „Die Kollegen sind fix und fertig, teilweise schon tage- und nächtelang im Einsatz“, erklärte Horst Niens von der Hamburger Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf Sputnik-Nachfrage. „Seid vorsichtig, passt auf Euch auf!“ — diesen Tipp hatte der Polizeigewerkschafter für seine Kollegen parat.

    Hamburger Polizei: „Heftige Angriffe auf unsere Polizisten“

    Es kam laut Angaben der Polizei Hamburg bereits zu mehreren schweren Ausschreitungen. Dabei gab es heftige Angriffe auf Polizeibeamte. Insgesamt gab es seitdem mindestens 111 verletzte Polizeibeamte. Dazu 29 Festnahmen und 11 in Gewahrsam genommene Demonstranten durch die Hamburger Polizei. „Diese Gewaltexzesse erschrecken uns“, so der Polizeisprecher gegenüber Sputnik.

    „Wir müssen Störungen aufheben, Sitzblockaden auflösen, haben es mit brennenden Autos zu tun“, teilte ein weiterer Hamburger Polizeipressesprecher auf Sputnik-Anfrage mit.

    „Vor einer Wache der Bundespolizei kam es heute (07. Juli) gegen 11 Uhr zu einem Angriff auf drei Streifenwagen unserer Polizei durch radikale Personen. Ein Molotow-Cocktail wurde geworfen, der zum Glück nicht richtig zündete. Die Scheiben der anderen beiden Fahrzeuge wurden mit Gewalt herausgeschlagen. Dazu gab es dutzende Stein- und Flaschenwürfe auf unsere Kollegen.“

    Hansestadt fordert mehr Personal an, Berlin schickt Hundertschaften

    Die Hamburger Polizei betreut Einsatzstationen in der gesamten Innenstadt. „Dies müssen wir gewährleisten, dazu benötigen wir mehr Personal, das wir jetzt angefordert haben“, sagte die Pressestelle der Hamburger Polizei weiter. „Durch unsere Einsätze kommt es weiterhin zu erheblicher Beeinträchtigung des Hamburger Stadtverkehrs. Allerdings können wir trotz allem für die Sicherheit der Delegierten des G20-Gipfels garantieren.“

    Die Berliner Landespolizei schickt im Rahmen der Hamburger Unterstützung laut Angaben der Polizeigewerkschaft aktuell drei weitere Einsatzhundertschaften. Dies twitterte Benjamin Jendro, Pressesprecher der GdP Berlin.

    Die Pressestelle der Berliner Polizei wollte dazu auf Sputnik-Anfrage keinen Kommentar abgeben und verwies auf die Zuständigkeit der Hamburger Polizei.

    Alexander Boos

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    Tags:
    Krawalle, Bundespolizei, G20, Hamburg, Deutschland