07:29 22 Januar 2018
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    Bei einer Veranstaltung von Druschba-Friedensfahrt (Archivbild)

    Über 10.000 Unterschriften gegen Propaganda – „Freundschaftsfahrt 2017“ ab 23. Juli

    © Foto: Anne Preussel
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    10.511 Unterschriften unter einer Petition gegen „GEZ-ielte Kriegspropaganda“ haben die Organisatoren der „Druschba-Friedensfahrt“ an den Sender ZDF und den deutschen Presserat übergeben. Sie protestieren damit gegen Verleumdungen über die „Friedensfahrt 2016“. Gleichzeitig laden sie ein, in diesem Jahr wieder zu berichten – aber wahrheitsgetreu.

    Mit einer Pressemitteilung machten die Organisatoren der „Druschba-Friedensfahrt“ am Mittwoch auf die übergebenen Unterschriften aufmerksam. Anlass dafür waren Berichte des ZDF über die erste „Friedensfahrt Berlin-Moskau“ im Jahr 2016. Im August 2016 waren 235 für Völkerverständigung engagierte Bürger im Alter von fünf bis 80 Jahren aus sieben Ländern nach Moskau gefahren. Das ZDF hatte die in 70 Fahrzeugen reisenden Friedensbotschafter bis nach Moskau begleitet, so die Organisatoren. Sie waren überrascht davon, dass das Filmmaterial jedoch in den „Frontal21“-Sendungen vom 27. September und 4. Oktober 2016 in einen völlig sinnentfremdeten Zusammenhang wiedergegeben wurde. Darin wurden die Berichte über die „Friedensfahrt“ mit angeblicher ostukrainischer Separatisten-Propaganda in Verbindung gebracht. Die „sogenannten Friedensfahrer“ müssen wohl ebenfalls vom Kreml aus gesteuert worden sein, meinten die ZDF-Journalisten.

    Auf diese Verleumdung hin startete der Initiator der Friedensfahrt Rainer Rothfuß eine Online-Petition mit der Forderung: „Keine GEZ-ielte Kriegspropaganda“. Die Unterzeichner stellen darin fest:

    „Die deutschen Medien haben aus historischer Perspektive betrachtet die Verbreitung von Stereotypen über Juden, Muslime oder Angehörige anderer Nationalitäten weitestgehend hinter sich gelassen. Sie sollten diesen ethischen Standard ohne tendenziöse Verzerrungen auch auf Russen und Russland anwenden“.

    Gerade die öffentlich-rechtlichen Medien mit ihrem von der Bevölkerung per Gebühren finanzierten Bildungsauftrag hätten den Pressekodex des Deutschen Presserats zu achten und „Frieden und Völkerverständigung sowie Transparenz, Unparteilichkeit und Dialog […] als oberste Richtschnur journalistischer Arbeit“ zu wahren, so die Forderung der 10.511 Unterzeichner.

    Aufgrund der positiven Resonanz der „Friedensfahrt“ 2016 gründeten die Organisatoren im Januar dieses Jahres den Verein „Druschba Global e.V.“. Dieser setze für Freundschaft (russisch: Druschba) und dafür ein, dass Dialog und Völkerfreundschaft als erstes Mittel zur Sicherung friedlicher Beziehungen zwischen den Völkern gefördert wird. „Damit stellen sich die Verantwortlichen des Vereins gegen eine militaristische Agenda, wie sie die NATO seit Jahren gegenüber Ländern des Nahen Ostens und nun verstärkt auch gegenüber Russland verfolgt, was den europäischen Steuerzahler in den kommenden zehn Jahren rund hundert Milliarden Euro zusätzlich kosten soll.“

    Bei der „Freundschaftsfahrt 2017“ mit ihren 347 gemeldeten Teilnehmern aus mittlerweile 16 Ländern stehe wieder die Begegnung zwischen den Völkern im Vordergrund. „Nur wer sich kennt, kann entdecken, dass das Gegenüber auch liebenswürdig ist“, lautet das Motto der „Friedensfahrer“, die am 23. Juli in 120 Fahrzeugen in Berlin vom Brandenburger Tor aus über Polen, Litauen, Lettland und Estland nach Russland aufbrechen werden. Dort werden sie in 45 Städten von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern und interessierten Bürgern sowie Gastfamilien auf insgesamt sieben  verschiedenen Routen erwartet. Das ZDF ist wieder eingeladen, die Tour zu begleiten und zu berichten. „Mit dem zweiten Versuch sieht man besser — hoffentlich…“, erklärte Organisator Rothfuß, der sich in diesem Jahr wahrheitsgetreue Reportagen des Senders wünscht.

    Sputniknews wird die „Freundschaftsfahrt 2017“ als Medienpartner begleiten und unterstützen.

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    Protestaktion, Xenophobie, Russophobie, Propaganda, Medien, Sputnik, Russland, Deutschland
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