09:52 21 September 2018
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    Strand in Koktebel, Krim

    EU-Sanktionen treffen die Krim-Bewohner – Aktivist will dagegen Brücken bauen

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    Die EU-Sanktionen gegen die Krim haben vor allem Folgen für die Bevölkerung der Halbinsel. Darauf macht Andreas Maurer, Kommunalpolitiker der Partei Die Linke aus Quakenbrück in Niedersachsen, aufmerksam. Er verurteilt die Sanktionen gegen die Krim, weil sie auch für eine antieuropäische Stimmung sorgen, und will für Verständigung wirken.

    „Das ist wirklich ein Skandal“, sagte Maurer im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin. Der Abgeordnete, der selbst mehrmals die Halbinsel besuchte, meinte, dass die Sanktionen der EU in erster Linie gegen einfache Krim-Bevölkerung gerichtet seien. „Dadurch werden nur die Einwohner der Halbinsel beeinträchtigt. Die Menschen verstehen nicht, warum sie in Geiselhaft genommen sind und wie lange das so weitergeht.“

    Die Export- und Investitionsverbote für EU-Unternehmen bleiben bis zum 23. Juni des nächsten Jahres gültig. Diese treffen Branchen wie Energie, Transport oder Telekommunikation auf der Krim. Das erschwere auch die deutsch-russischen Beziehungen und das Verständnis zwischen den Menschen, ist sich der Politiker und Begründer der Initiative „Volksdiplomatie“ sicher.

    Seine Antwort darauf: „Als Reaktion auf diese Sanktionen werden wir mehr Delegationen zusammenstellen, die nach der Krim reisen. Wir werden weiterhin den Firmen und einfachen Menschen, die Interesse an der Krim haben, Möglichkeit geben, bei diesen Delegationen teilzunehmen. Viele sagten mir,Wir müssen fahren, wir müssen unterstützen und die Menschen in Deutschland einfach auffordern, aus Protest gerade jetzt, in dieser schwierigen Zeit, nach der Krim zu fahren, dort Urlaub zu machen und Kontakte auszubauen‘.“

    Brücken bauen als Antwort auf aggressive EU-Politik

    Da Kreuzfahrtschiffe aus der EU nach wie vor die Krim-Häfen nicht anlaufen dürfen, bieten das Reiseunternehmen der „Volksdiplomatie“ und Reisebüros in Hannover, Berlin und Osnabrück, die überwiegend von Deutschen aus Russland betrieben werden, an, mit der „Freundschaftsfahrt 2017“ die Krim zu besuchen. Ein Teil dieser Fahrt geht nach Sewastopol. Maurer stellte fest, „dass das Interesse, gerade Richtung Krim zu fahren, sehr stark ist.“ Es sei mittlerweile schon schwierig, noch ein Flugticket zu bekommen.

    „Übrigens zeugt das davon, dass die Menschen in Russland, aber auch im Westen verstärkt auf die Krim fahren.“ Er versuche jetzt Flüge über die Türkei zu organisieren. Direktflüge aus Deutschland gibt es leider nicht. „Bis jetzt funktioniert es sehr gut, wenn man nach der Krim über Moskau und Sankt Petersburg fliegt. Da sind so gute Anschlüsse.“ Die Verbindungszeiten seien zu verkraften, meinte Maurer fort. „Man ist innerhalb von 7,5 Stunden von Düsseldorf auf der Krim.“

    Er berichtete: „Wir haben uns in unserem Projekt „Volksdiplomatie“ in Norwegen zusammengetan und eine Filiale geründet. Ich war letzte Woche in Belgien und war überrascht, dass in Brüssel sehr großes Interesse für Russland und vor allem für die Krim besteht. Eine Delegation aus Belgien besucht die Halbinsel im September, aus Norwegen im Oktober. Das ist unsere Antwort auf die aggressive EU-Politik. Wir wollen weiter Brücken schlagen.“

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Partnerschaft, Interview, Sanktionen, Die LINKE-Partei, EU, Andreas Maurer, Nikolaj Jolkin, Krim, Deutschland