05:56 26 April 2018
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    Polizei-Einsatz während G20-Gipfel in Hamburg (Archivbild)

    „Nicht einer hat über die Stränge geschlagen“: 35 Anzeigen gegen Polizisten nach G20

    © REUTERS / Fabian Bimmer
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    35 Ermittlungsverfahren gegen Polizisten laufen nach den Randalen während des G20-Gipfels in Hamburg. In 27 Fällen geht es demnach um den Verdacht der Körperverletzung im Amt. Gerhard Kirsch, der Hamburger Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), nimmt die Kollegen in Schutz.

    Bange ist dem Polizeigewerkschafter angesichts der Anzeigen nicht: „Wir werden wie in jedem anderen Verfahren abwarten, was die Staatsanwaltschaft ermittelt“, bemerkt Kirsch in einem Sputnik-Telefoninterview ruhig. Dann hebt er die Stimme: „Aber hier von überbordender Polizeigewalt zu sprechen ist abwegig.“

    Die Bilder der Straßenkämpfe in Hamburg gingen um die Welt – Sputnik möchte angesichts der Gewalt, der Polizisten ausgesetzt waren, wissen, ob Kirsch Verständnis dafür habe, wenn sich ein Kollege über das erlaubte Maß hinaus wehre.

    „Die Beamten werden geschult, aber sie standen bei diesem Einsatz gehörig unter Druck“, so Kirsch.

    Dies sei noch durch den Schlafmangel verschärft worden. Einige Kollegen hätten vom frühen Donnerstagmorgen am 6. Juli bis Samstagnacht pausenlos gearbeitet. „Was ich beobachtet habe, hat nicht einer über die Stränge geschlagen“, erklärt er. Wenn Polizeibeamte unmittelbar angegriffen werden, könnte es im Rahmen der Notwehr zu Handlungen des unmittelbaren Zwanges führen. Übertretungen habe Kirsch aber persönlich nicht beobachtet.  

    Das komplette Interview zum Nachhören:

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    Tags:
    Polizisten, Ermittlungen, Polizeigewerkschaft GdP, Deutschland