22:56 22 Oktober 2017
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    Der Konvoi setzt sich in Bewegung

    Für den Frieden auf dem Weg nach Russland – „Freundschaftsfahrt 2017“ gestartet

    © Sputnik/ Tilo Gräser
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    Mit 120 Autos und vier Motorrädern haben sich mehr als 300 Teilnehmende der „Freundschaftsfahrt 2017“ am Sonntag in Berlin auf den Weg Richtung Osten gemacht. Auf sieben Touren steuern sie 45 Ziele an, um Landschaften kennenzulernen und Russland und seinen Menschen zu begegnen. Und sie wollen zeigen, dass Frieden möglich ist.

    Die Teilnehmenden kommen aus mehreren westeuropäischen Ländern. Unter ihnen Christian Werst, der den Weg aus dem schweizerischen Gelterkinden (Kanton Basel-Land) nach Berlin mit seinem Motorrad zurücklegte, um beim Start der „Freundschaftsfahrt 2017“ in Berlin dabei zu sein. Er fährt auf einem der vier Motorräder neben 120 Autos nach Russland. Werst will auf der Haupttour von Berlin über Kaliningrad und Sankt Petersburg nach Moskau unterwegs sein, wie er gegenüber Sputnik ankündigte. „Wenn ich wieder in Basel zurück bin, habe ich 7.000 Kilometer hinter mir“, sagte er.

    Vor dem Start am Brandenburger Tor
    © Sputnik/ Tilo Gräser
    Vor dem Start am Brandenburger Tor

    Zu den Motiven für seine Teilnahme von Werst gehört, dass er im Elternhaus geprägt von Russenhass aufwuchs. Sein Großvater war als deutscher Kriegsgefangener aus der Sowjetunion erst 1956 zurück nach Hause an den Bodensee gekommen, mit Hass im Gepäck, wie der Motorradfahrer berichtete. Deshalb habe er Russland und seine Menschen kennenlernen wollen, so Werst, der seit 30 Jahren in der Schweiz lebt. Allerdings habe er damit gewartet, bis sein Vater verstarb, weil der das nie verstanden hätte.

    • Die Fahne der „Freundschaftsfahrt 2017“
      Die Fahne der „Freundschaftsfahrt 2017“
      © Sputnik/ Tilo Gräser
    • Initiator Professor Rainer Rothfuß
      Initiator Professor Rainer Rothfuß
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    • Das Ensemble „Paraskeva“ trat zweimal auf
      Das Ensemble „Paraskeva“ trat zweimal auf
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    • Botschaftsrat Vadim Danilin wünschte der Fahrt alles Gute
      Botschaftsrat Vadim Danilin wünschte der Fahrt alles Gute
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    • Artur Jawdejew, der mit 13 Begleitenden aus Pskow und Sankt Petersburg nach Berlin kam, um Danke zu sagen
      Artur Jawdejew, der mit 13 Begleitenden aus Pskow und Sankt Petersburg nach Berlin kam, um Danke zu sagen
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    • Teilnehmende kurz vor dem Start der Fahrt
      Teilnehmende kurz vor dem Start der Fahrt
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    • Alle Generationen fahren mit
      Alle Generationen fahren mit
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    • Verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmenden
      Verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmenden
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    • Verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmenden
      Verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmenden
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    • Verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmenden
      Verschiedene Fahrzeuge der Teilnehmenden
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    Die Fahne der „Freundschaftsfahrt 2017“

    Grüße vom russischen Botschafter

    Mit einem Musikfestival am Brandenburger Tor wurden die Teilnehmenden und ihre Unterstützer am Sonntag auf die Fahrt eingestimmt. Es dürften insgesamt um die 300 Menschen gewesen sein, die kamen, etwas weniger als 2016, als vom selben Ort das erste Mal die „Friedensfahrt“ startete. Initiator Rainer Rothfuß dankte allen, die geholfen hatten, auch in diesem Jahr eine solche Tour auf die Räder zu stellen. Dazu sei im Frühjahr extra der Verein „Druschba Global e.V.“ gegründet worden. Rothfuß nannte auch all jene in Russland, ohne die die neue Fahrt in Richtung Osten nicht möglich geworden wäre.

    Die Fahne der „Freundschaftsfahrt 2017“
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    Grüße vom russischen Botschafter in Deutschland, Wladimir Grinin, überbrachte Botschaftsrat Vadim Danilin. Er wünschte den Mitfahrenden alles Gute und viele neue Kontakte in Russland, denn diese seien „die Grundlage für eine feste Freundschaft zwischen unseren Völkern“. Rothfuß stellte auch Sergej Filbert vom Youtube-Kanal „Golos Germanii“ vor, der mit seinen ins Russische übersetzten Beiträgen aus Deutschland im Zielland der Tour erst die Aufmerksamkeit für die Fahrt weckte.

    „D-Rolf“ unterstützte die Teilnehmenden mit seinem Trabant
    © Sputnik/ Tilo Gräser
    „D-Rolf“ unterstützte die Teilnehmenden mit seinem Trabant

    Mit Beifall wurde auch Artur Jawdejew und seine 13 Begleiter aus Pskow und Sankt Petersburg begrüßt. Mit vier Autos hatten sie sich auf den Weg von Russland nach Berlin gemacht – als Dankeschön für die „Friedensfahrt 2016“, wie er gegenüber Sputnik erklärte. Beim Start des diesjährigen Tour Richtung Osten fuhren er und seine Begleiter, darunter das Trio „Paraskeva“, das auf der Bühne ebenfalls auftrat, an der Spitze des Konvois.

    „Damit sich in der Politik etwas ändert“

    „Ich habe vorher schon viele Freunde in Moskau, Weißrussland und in Osteuropa gehabt“, erzählte Bonnik Hansen aus der Gegend von Flensburg und fügte hinzu: „Die Darstellung in der Presse ist nicht die richtige.“ Der gebürtige Däne fährt das erste Mal mit, auf der Hauptroute, „damit sich vielleicht in der Politik etwas ändert“. Zu dem Mitfahrenden gehört auch der Dokumentarfilmer Dirk Pohlmann, der am liebsten mit dem Fahrrad gefahren wäre, wie er Sputnik-Korrespondent Paul Linke verriet. „Da hat man eine Annäherungsgeschwindigkeit, wo die Leute einen sehen können. Dann ist man als Mensch unterwegs.“ Mit dem Auto würde zuerst das wahrgenommen. Er sei sehr gespannt auf die Fahrt und habe so viel gehört von der russischen Gastfreundschaft. „Mir ist es ein Herzensanliegen“, betonte er, „sonst hätte ich das nicht gemacht“. Pohlmann begleitet die Tour mit seiner Kamera und will die Route über Tschetschenien nehmen.

    Die vier Motorradfahrer - zweiter von links: Christian Werst
    © Sputnik/ Tilo Gräser
    Die vier Motorradfahrer - zweiter von links: Christian Werst

    Gegen 16.30 Uhr setzte sich der Konvoi auf der Straße des 17. Juni mitten in Berlin in Bewegung, vorbei am Sowjetischen Ehrenmal, begleitet von 20 Motorrädern und weiteren Fahrzeugen der Polizei und von den Menschen am Straßenrad mit Beifall und Winken verabschiedet.

    Sputnik begleitet die „Freundschaftsfahrt 2017“ und wird regelmäßig von der Tour berichten.

    Tilo Gräser und Paul Linke

     

    Tags:
    Deutschland, Russland
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