08:53 27 Juni 2019
SNA Radio
    Identitäre Bewegung, Berlin (Archivbild)

    „Identitäre“-Mannschaft auf Zypern in Haft - Defend Europe schon am Ende?

    © AFP 2019 / Paul Zinken
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    11497

    Die rechte Organisation „Identitäre Bewegung“ will mit einem Boot Flüchtlinge im Mittelmeer abfangen. Nun soll der Kapitän auf Zypern in Haft sein. Der Vorwurf lautet auf Menschenschmuggel. Daniel Fiß, einer der beiden Chefs der „Identitären“ Deutschland, sieht im Sputnik-Interview ein Komplott der NGOs am Werke.

    Der Kapitän und neun Besatzungsmitglieder eines von der rechten „Identitären Bewegung“ gecharterten Schiffes sind in Nordzypern festgenommen worden. Ein Gericht in der Hafenstadt Famagusta habe gegen die zehn Verdächtigen einen eintägigen Gefängnisaufenthalt angeordnet, berichtet die Zeitung „Kibris gazetesi“. Ihnen wird unter anderem Dokumentenfälschung vorgeworfen. Die „Identitäre Bewegung“ will Migranten vor der Küste Libyens abfangen und zurück nach Afrika bringen. Zu diesem Zweck haben die „Identitären“ das Schiff „C-Star“ gechartert.

    ​Christian Fiß ist einer der Köpfe der „Identitären Bewegung“ (IB) Deutschlands. Er vermutet gegenüber Sputniknews, dass dort entsprechende Nichtregierungsorganisationen (NGOs) Teile der Mannschaft, zu überzeugen, einen Asylantrag in der Türkei zu stellen. Denen aus Sri Lanka stammenden Mannschaftsmitgliedern sei dafür vor dem Rückflug Geld und Unterkunft angeboten worden. Danach sollte der Vorwurf, dass die IB Menschenschmuggel begangen habe, auf die C-Star gelenkt werden. Laut ihm seien auch nur der Kapitän und sein Stellvertreter in Haft. Fiß betont:

    "In erster Hinsicht klingt dass alles völlig absurd. Man sieht, dass die NGOs keinerlei Skrupel davor haben, dass Menschen unschuldig in Gefahr kommen oder in das Gefängnis gesteckt werden. Man sieht also, dass diese humanitäre Maske gewissermaßen fällt."

    Welche NGOs hinter der Aktion stecken könnte, weiß Fiß noch nicht, er erwartet aber in den nächsten Tagen entsprechende Beweise für seine Theorie vorlegen zu können.

    Die Koordinatorin eines Projekts von SOS Kinderdörfer und UN-Flüchtlingshilfswerk in Nordzypern Ülkü Tasseven war vor Ort. Sie sagte gegenüber der ARD, dass die Männer in Famagusta von Bord gegangen wären. 15 von ihnen reisten vom Flughafen Ercan zurück in ihre Heimat. Fünf baten Tasseven zufolge um Asyl. Sie sollen angegeben haben, dass sie in Dschibuti aufs Schiff gelangten und ihnen gegen Geld versprochen wurde, nach Italien gebracht zu werden.

    Laut Fiß waren die srilankischen Seemänner an Bord,"um Seemeilen zu sammeln, um eine entsprechende Lizenz zu bekommen".

    ​Auf Twitter geht die IB davon aus, dass die Schiffsfahrt bald weiter geht

    Das komplette Interview zum Nachhören:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    "Ich Deutsch - Die neue Leitkultur" - Flüchtlinge bessere Patrioten als Pegida?
    Flüchtlinge, Vergewaltigungen, DNA-Tests: Grüner Politiker löst Mega-Shitstorm aus
    EU: Keine Schlauchboote für Flüchtlinge in Libyen mehr
    Tags:
    Flüchtlinge, Schutz, Haft, Schiff, Identitären-Bewegung, Nichtregierungsorganisationen (NGO), Mittelmeer, Zypern