11:53 16 Dezember 2017
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    Islamische Mode (Symbolbild)

    Mossul darf wieder sexy sein

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    Gesellschaft
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    Nach der Befreiung der irakischen Stadt Mossul vom „Islamischen Staat“, können Frauen wieder freizügigere Kleidung tragen. In einem Gespräch mit Sputniknews erzählen irakische Frauen, wie das Geschäft mit den Dessous läuft und mit welchen furchtbaren Folgen man als Käufer und auch Verkäufer solcher Waren unter dem IS-Terror rechnen musste.

    Ganze drei Jahre waren Nachthemden und Bikinis eine verbotene Frucht. Das Brechen dieses reizvollen Tabus konnte das Leben kosten, wobei der Verkauf von Frauenkleidung durch Männer streng verboten gewesen ist. Da aber fast alle Verkäufer in der Stadt Männer sind,  sahen sich fast alle speziell für Frauen konzipierten Läden gezwungen, zu schließen.

    „Den Geschäften war es verboten, jegliche Frauenkleidung in der Vitrine auszustellen. Wenn durch die geöffnete Tür eine Frau zu sehen war, wurde der Verkäufer ausgepeitscht. Er bekam eine Menge Probleme“, erzählt  Teiba al Siraj, die sich als Schriftstellerin vorstellte. Als die Terroristen die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht haben, sei das Frauenunterwäsche-Business schlichtweg unmöglich geworden.

    • Geschäft in Mossul
      Geschäft in Mossul
      © Sputnik/ NAZEK MOHAMMED
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      Geschäft in Mossul
      © Sputnik/ NAZEK MOHAMMED
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      Geschäft in Mossul
      © Sputnik/ NAZEK MOHAMMED
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    Geschäft in Mossul

    Im Nachhinein hätten die IS-Dschihadisten zwar spezielle Frauenläden erlaubt, jedoch haben diese keine Schilder aushängen dürfen. Werbung sei auch verboten gewesen. Man habe sich die Kleidung auch selbst aussuchen müssen, beklagt sich die junge Frau, da die Körpergröße zu äußern ohnehin „haram“ (verboten) gewesen sei. Außerdem seien das Ausziehen und Anprobieren in der „Öffentlichkeit“ als Sünde gebrandmarkt und auch die Umkleidekabinen verbannt worden – die Frauen seien gezwungen gewesen, die Kleidung zu Hause anzuprobieren und dann wieder zurück in das Geschäft zu laufen.

    Wer sich aber ungestört neue Kleidungsstücke aussuchen habe wollen, sei auf illegale Läden angewiesen gewesen. „Sie ersparten uns das Bummeln auf dem Markt, wo man jederzeit einem Daesh-Kämpfer in die Arme laufen konnte. Daher gingen alle Frauen nur dann auf den Basar, wenn es wirklich dringend notwendig war. In der Regel fuhr mein Vater mich mit dem Auto zu solchen Geschäften“, berichtet eine weitere Frau, die 22-jährige Sora.

    Nun kehre die Stadt langsam zum Leben zurück, man könne sich neben einem Pyjama auch ein Nachthemd kaufen, schwärmen die glücklichen Frauen.

    Tags:
    Sex, Frauen, Bikinis, Islam, Irak, Mossul
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