13:55 22 Oktober 2017
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    Treffen in Pforzheim: Russlanddeutsche gründen deutschlandweite Interessengemeinschaft in der AfD

    Russlanddeutsche kehren CDU den Rücken: Interessengemeinschaft in AfD gegründet

    © Foto: Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen in der AfD
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    Russlanddeutsche aus mehreren Bundesländern haben am Wochenende in Pforzheim (Baden-Württemberg) die deutschlandweite „Interessengemeinschaft der Russlanddeutschen in der AfD“ gegründet. Nach der „Sozialdemokratisierung“ der CDU unter Angela Merkel fühlt sich diese Landsmannschaft nach eigenen Angaben nicht mehr durch die Union vertreten.

    Mit diesem Schritt werde das Signal ausgesandt, dass es innerhalb der AfD eine starke und aktive Arbeitsgruppe der Russlanddeutschen gebe, die für die Belange der Wähler eintreten und für ihre Werte einstehen werde, sagte Gastgeber und Mitinitiator Waldemar Birkle, Pforzheimer AfD-Stadtrat und Direktkandidat für den Wahlkreis 279 Pforzheim, während des Treffens.

    Unter den Ehrengästen war auch Professor Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD und Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, wie die Interessengemeinschaft am Freitag mitteilte. Meuthen ging in seiner Ansprache auf den Wertekanon dieser meist konservativen Landsmannschaft ein.

    Familie, Vaterland, Verteidigung und die friedliche Beziehung zwischen Deutschland und Russland seien den "Heimkehrern" immer wichtig, sagte Meuthen. „Vertreten fanden sie sich deshalb früher von der CDU. Nach der Sozialdemokratisierung der Union durch Angela Merkel und der Entwicklung einer deutschen Kuscheljustiz im links-grünen Parteiensumpf wanderten Ihre Landsleute deshalb natürlicherweise zur AfD, die seit ihrer Gründung für die Rechtsstaatlichkeit in unserer parlamentarischen Demokratie kämpft.“

    Brandenburger Tor in Berlin
    © REUTERS/ Gero Breloer

    Der Bundesvorsitzende würdigte die vorbildliche Integrationsleistung der Spätaussiedler nach dem Fall des Eisernen Vorhangs in den 90er Jahren  und grenzte danach die wertekonservative Zielsetzung des AfD-Grundsatzprogramms von der politischen Beliebigkeit bei den Altparteien ab, wie sie gerade in der Aufgabe zahlreicher bisheriger Grundsätze der CDU zum Ausdruck komme.

    Als „verheerend“ geißelte er das Skandieren von „Deutschland verrecke“ bei einer Demonstration, an der auch die grüne Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth teilnahm, ohne sich von dieser Parole zu distanzieren. „Die Kartellparteien sind nicht mehr die würdigen Vertreter des Deutschen Volkes“, resümierte Meuthen. Die Versammlung hat drei Sprecher der Interessengemeinschaft sowie neun Mitglieder des Arbeitskreises gewählt.

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    Tags:
    Russlanddeutsche, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Deutschland
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