16:12 14 Dezember 2017
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    Flüchtlingsboot im Mittelmeer

    Tod von 13 Flüchtlingen: Syrische Schleuser bekommen in Deutschland milde Strafen

    © AP Photo/ Marina Militare
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    Im Prozess um den Tod von 13 Flüchtlingen auf dem Mittelmeer sind drei Schleuser zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Dabei blieb der Richter mit seinem Urteil weit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, berichtet das Portal BR24.

    Das Landgericht Traunstein fällte demnach am Freitag sein Urteil gegen drei aus Syrien stammende Schleuser. Der 27-jährige Hauptangeklagte bekam vier Jahre Haft und 15.000 Euro Geldstrafe. Er hatte an Hunderte Flüchtlinge gegen rund 1.200 US-Dollar pro Person Überfahrten mit Schlauchbooten vom türkischen Izmir auf die griechische Insel Lesbos vermittelt. Der Mann hatte in einer Asylbewerberunterkunft in Burghausen gelebt, wo er festgenommen wurde. Deshalb fand der Prozess im bayerischen Traunstein statt.

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    Der Bootsführer muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Den dritten einschlägig vorbestraften Angeklagten, der als eine Art Vermittler wirkte, verurteilte das Gericht unter Einbeziehung einer früheren Strafe zu zwei Jahren auf Bewährung.

    Alle drei Männer kommen aus Aleppo. Es handelte sich um einen der ersten Prozesse in Deutschland, bei dem es um getötete Bootsflüchtlinge ging.

    Die Staatsanwaltschaft hatte für den Hauptangeklagten eine Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten, für den Bootsführer sechs Jahre und sechs Monate und für den Geldverwalter vier Jahre und sechs Monate Haft gefordert. Die Verteidiger hatten auf wesentlich geringere Haftstrafen und in einem Fall auf Freispruch plädiert.

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    Die Schleuserfahrten hatten vom türkischen Izmir über das Mittelmeer nach Griechenland geführt. Von Juli bis November 2015 machte die Bande sechs Passagen und beförderte fast 250 Menschen. Bei einer der Passagen im September 2015 stieß das völlig überladene und unbeleuchtete Schlauchboot mit den Flüchtlingen kurz vor der Insel Lesbos nachts mit einem Frachter zusammen. 13 Menschen starben, zwei Kinder werden bis heute vermisst.

    Der Hauptangeklagte soll laut Anklage syrische Landsleute in der Türkei angesprochen und die lebensgefährlichen Bootsfahrten vermittelt haben. Der Bootsführer war selbst ein Flüchtling, der für die Übernahme des Ruders umsonst mitfahren konnte. Der dritte hielt Kontakt zu Familienangehörigen von Flüchtlingen in Deutschland.

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    Tags:
    Migranten, Flüchtlinge, Deutschland
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