15:51 13 Dezember 2017
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    Duisburg Werbung auf Papiertonne (Archiv)

    „Geht doch, Gülcan!“: Duisburgs Türken sauer auf Papierkorbplakat

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    Duisburgs Türken haben eine Werbekampagne der Stadtverwaltung als rassistisch bezeichnet. Auf Papiertonnen wurde ein Aufruf an „Mehmet“ und „Gülkan“ platziert, den Müll in die Tonne zu werfen. Die Stadtverwaltung versteht den Aufschrei nicht: Nicht seltener als türkische wurden auch „typisch deutsche“ Namen auf den Mülltonnen angebracht.

    Vor einem Monat hat Duisburgs Stadtverwaltung eine Werbekampagne unter dem Motto „Räum auf“ gestartet. Nun hat diese Aktion den Zorn der türkischen Gemeinde auf sich gezogen, berichtet WAZ. Die türkischen Bürger empfanden es als rassistisch und beleidigend, türkische Namen in dem Werbespruch zu sehen. Die Aufrufe „Mach et, Mehmet!“ oder „Geht doch, Gülcan!“ würden suggerieren, dass nur Türken den Müll in der Stadt nicht wegräumen, so der Vorwurf an die Werbemacher.

    Viele Internetnutzer reagierten auf die Rassismusvorwürfe eher verblüfft.

     

    „Gehören diese Vornamen Ihrer Meinung nach nicht nach Deutschland?“, fragt ein Nutzer die türkischen Einwohner.

     

    „Aaah und 'Mach Mit, Max' ist dann rassistisch gegen Bayern?“ witzelt ein anderer.

     

    Die Stadtverwaltung reagierte ebenfalls mit Unverständnis. Für diese Aktion seien verschiedene Namen ausgesucht worden, darunter vor allem „typisch deutsche“ wie etwa Lisa oder Kevin. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung unterstrich, man wollte keinesfalls Duisburger Einwohner mit türkischem Migrationshintergrund beleidigen. Im Gegenteil: Die Verwendung der türkischen Namen in einer Reihe mit deutschen sollte auf die gelungene Integration der türkisch-stämmigen Einwohner sowie die Vielfalt der Stadt hinweisen. Zudem sei die Benutzung einiger türkischer Namen auch deshalb logisch, weil unter den rund 500.000 Einwohnern etwa 35.000 Türken leben.

     

    „Die Namen wurden absolut zufällig ausgewählt. Wir wollten niemanden damit verletzen“, so die Sprecherin.

     

    Als Kompromisslösung hat die Stadtverwaltung auf ihrer Internetseite eine Option eingefügt, wo jeder mit dem eigenen Namen solch einen Werbeaufruf gestalten kann.

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    Tags:
    Protest, Integration, Duisburg, Deutschland
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