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    Japanische Porno-Darstellerinnen

    PornHub-Analyse: Was die Präferenzen von Nordkoreanern über sie verraten

    CC BY 2.0 / Baldwin Saintilus / AEE16_0438bas
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    Die Pornowebseite „PornHub“ hat anhand einer Analyse ihrer Besucher eine interessante Entdeckung gemacht - und zwar über Nordkorea. Obwohl die Zahl der Zuschauer aus diesem Land in den Jahren 2016 und 2017 nur bei wenigen Tausenden lag, konnten die PornHub-Statistiker Schlüsse über die sexuellen Präfenzen der Nordkoreaner ziehen.

    Das erste, was ihnen bei dieser Analyse aufgefallen ist, ist die Tatsache, dass die nordkoreanischen Besucher Pornos mit asiatischen Frauen bevorzugen. Besonders sind japanische Schauspielerinnen gefragt. Aus meiner Sicht ist das eine Art Sublimierung der offiziellen nordkoreanischen Ideologie, die auf der Idee eines heldenhaften Kampfs gegen japanische Besetzer ruht.

    Nun lass uns diejenigen anschauen, die in Nordkorea Pornoseiten besuchen. Die Annahme, dass es sich bei diesen Menschen um Touristen handeln könnte, muss man als sofort falsch zurückweisen. Denn Touristen haben in Nordkorea keinen freien Zugang zum Internet. Außerdem befinden sie sich dort unter ständiger Kontrolle ihrer Begleiter.

    Die einfachen Bürger haben zwar Handys, Smartphones und PCs. Doch sie alle sind an das nordkoreanische Intranet Kwangmyong angeschlossen, mit dem man nicht ins globale Internet kommt.

    Daher hat nur die Elite des Landes die Möglichkeit, im globalen Netz Pornos zu sehen. Einen freien Internetzugang hat unter anderem die nordkoreanische Aufklärung. Man kann zudem davon ausgehen, dass die ganze führende Elite in Pjöngjang einen solchen Zugang hat, für dienstliche und offenbar auch persönliche Zwecke.

    PornHub analysierte zudem die Geräte, mit denen der Zugriff auf die Webseite erfolgte. Bei 53 Prozent der Fälle handelte es sich um PCs, 36 Prozent um Smartphones und bei elf Prozent um Tablets. Das ist ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass die nordkoreanische Elite nicht nur kabelgebundenen sondern auch drahtlosen Internetzugang hat. Wahrscheinlich gibt es in Regierungsgebäuden Wi-Fi-Spots. 

    Diese Daten werfen ein ganz neues Licht auf die nordkoreanische Elite, ihre Zusammensetzung und Präferenzen. Erstens ist ihr offensichtlich nichts Menschliches fremd, man sollte sich die Nordkoreaner daher nicht als „Hardcore-Kommunisten“ vorstellen, die nur an den revolutionären Kampf denken können.

    Zweitens schwächt die Kontrolle der Führungsetagen über die Elite allmählich ab, da diese sich etwas erlaubt, was in Nordkorea strafrechtlich verfolgt wird. Das nordkoreanische Strafgesetzbuch sieht ein Jahr Besserungsarbeiten für das Schmuggeln und die Verbreitung von Pornografie vor.

    Nachzuprüfen, wer welche Webseite besucht, ist technisch gesehen nicht schwierig. Dass in Nordkorea in letzter Zeit jedoch keine massenhaften Entlassungen von Beamten gegeben hat, insbesondere aus Gründen „moralischer Zersetzung“, zeugt davon, dass die nordkoreanische Führung und auch Kim Jong-un selbst bei dieser Frage ein Auge zudrückt.

    Drittens scheint die Idee der Abschottung der nordkoreanischen Gesellschaft von der restlichen Welt übertrieben zu sein, seine Elite hat freien Zugang zur Weltkommunikation und zu allem, was über Nordkorea geschrieben wird. Mit Fremdsprachen haben Nordkoreaner auch keine Probleme. So sprechen beispielsweise die Absolventen der Kim-Il-sung-Universität Russisch so gut, dass sie in Moskau für Sowjetkoreaner gehalten werden könnten.

    Daher ist alles, was über Nordkorea im globalen Internet veröffentlicht wird, auch den Führungskreisen in Pjöngjang bekannt. Die nordkoreanische Elite weiß wesentlich mehr über die Welt, als man ihr zutraut, und kann deshalb die Angst vor seinen Raketen und seinem Atomprogramm ausnutzen. Das Interesse der nordkoreanischen Elite für Internet-Porno kann mit der Erwartung eines Kriegs, mit dem Militär-Rausch und der Euphorie über seine Raketenstarts in Verbindung gebracht werden.

    Dmitri Melnikow, Leiter der Sputnik-Redaktion für asiatische Länder

     

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    Tags:
    Porno, Japan, Nordkorea