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    Schweizer Hotel schickt jüdische Gäste unter die Dusche – sonst kein Pool-Besuch

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    Eine Ferienanlage in Arosa im Osten der Schweiz hat mit speziell an jüdische Gäste gerichteten Aushängen für einen Sturm der Entrüstung gesorgt. Diese wurden auf den Plakaten aufgefordert, sich vor dem Besuch des Swimmingpools zu duschen.

    „An unsere jüdischen Gäste: Bitte nehmen Sie vor dem Schwimmen eine Dusche. Wenn Sie gegen die Regeln verstoßen, bin ich gezwungen, den Swimmingpool für Sie zu schließen. Danke für Ihr Verständnis“, heißt es in dem Aushang auf Englisch.

    Eine Familie aus Israel hatte das Schild fotografiert und sich damit an die Öffentlichkeit gewandt.

    המאבק נגד אנטישמיות בכל העולם צריך להיות משותף לישראל כמדינת העם היהודי ולמנהיגים במקומות בה היא מרימה את ראשה המכוער….

    Posted by ‎Tzipi Livni — ציפי לבני‎ on Montag, 14. August 2017

    Das Simon-Wiesenthal-Zentrum, das sich gegen Rassismus und Antisemitismus engagiert, forderte bereits die Schließung der Ferienanlage. Es rief die jüdische Gemeinde und ihre Anhänger dazu auf, das „entsetzliche Hotel“ auf eine schwarze Liste zu setzen. Tzipi Hotovely, Staatssekretärin im israelischen Außenministerium, teilte das Foto in ihrem Facebook-Account und bezeichnete das Plakat als einen „antisemitischen Akt der übelsten Sorte“.

    Die Hauswartin des Hotels, Ruth T., bedauert eigenen Angaben nach die Formulierung auf dem Schild. Es habe keine 24 Stunden gehangen. Mittlerweile hänge wie davor nur die allgemeine Badeordnung, die alle Gäste zum Duschen auffordere.

    „In letzter Zeit gab es aber immer wieder Reklamationen von Wohnungseigentümern, die jüdische Gäste in dreckigen T-Shirts im Pool schwimmen sahen", wird T. vom Portal Watson zitiert.

    So habe sie beschlossen, ein Schild aufzuhängen. Auf die Formulierung habe sie schlichtweg nicht geachtet, gestand sie und entschuldigte sich.

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    Tags:
    Hotel, Juden, Simon-Wiesenthal-Zentrum, Schweiz