05:33 21 November 2017
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    Eine Frau sitzt neben ihrem Kind in einem Krankenhaus in Jemen

    Dieses Land ist an Choleraepidemie in Jemen schuld - Ärzte

    © AP Photo/ Hani Mohammed
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    Die stärkste Choleraepidemie in Jemen ist laut Ärzten das Ergebnis der Militärpolitik von Saudi Arabien, berichtet das Magazin „Lancet“.

    Demnach ist die Militärpolitik Saudi Arabiens auf die Destabilisierung der Lage in der Region ausgerichtet.

    „Die Luftangriffe der von Saudi Arabien angeführten Koalition haben Krankenhäuser und Wasserversorgungssysteme zerstört und die Menschen gezwungen, in unhygienischen Bedingungen zu leben“, so der Arzt Jonathan Kennedy von der Queen Mary University of London.

    Es sei äußerst merkwürdig, dass die UNICEF vor kurzem die Großzügigkeit Saudi Arabiens begrüßt habe, während die Koalition zur Zerstörung Jemens Infrastruktur beigetragen habe. Saudi Arabien habe 67 Millionen US-Dollar für die Bekämpfung der Cholera spendiert.

    Im Juni dieses Jahres teilte die Weltgesundheitsorganisation mit, dass sich die Choleraepidemie in Jemen ausbreitete, die es in dem Ausmaß noch nie gegeben habe. Nach neusten Angaben sind an der Krankheit 500 000 Menschen gestorben.

    Schuld daran sind nach Angaben von Kennedy und seinen Kollegen Saudi Arabien und dessen Koalitionspartner sowie indirekt auch die USA und Großbritannien, deren Industrieunternehmen arabische Armeen ausrüsten und Regierungen mit der entsprechenden Logistik unterstützen.

    Die Ärzte haben diese Schlussfolgerung gezogen als sie die Opferzahl in den verschiedenen Regionen des Landes gezählt haben. Demnach leben 77 Prozent der an Cholera Erkrankten in Gebieten der Rebellen. Insgesamt haben sich 80 Prozent aller durch diese Krankheit verursachten Todesfälle dort ereignet.

    Cholera ist eine hoch ansteckende, durch Bakterien übertragene Krankheit, die durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen wird. Die Weltgesundheitsorganisation hatte im Oktober 2016 von den ersten Cholera-Fällen in der jemenitischen Stadt al-Mukalla berichtet. Im Mai war in der Hauptstadt Sanaa der Notstand ausgerufen worden.

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    Tags:
    Epidemie, Cholera, Unicef, Großbritannien, USA, Saudi-Arabien, Jemen
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