01:42 10 Dezember 2018
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    Stalingrad (Archivbild)

    „Stalingrad bleibt sowjetisch“: Geheimarchiv über Kampf um Wolga-Stadt veröffentlicht

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    Zum 75. Jahrestag des Sieges der Roten Armee in Stalingrad, der im kommenden Februar feierlich begangen wird, hat das russische Verteidigungsministerium nun geheime Dokumente über die wohl blutigste Schlacht des Zweiten Weltkrieges veröffentlicht.

    Die diversen Papiere aus der Geheimakte beschreiben den Verlauf des Kampfes an der Wolga. Unter anderem ist erstmals ein interner Bericht des Befehlshabers der Donfront Konstantin Rokossowski über die Gefangennahme des deutschen Oberbefehlshabers in Stalingrad, Friedrich Paulus, veröffentlicht worden.

    „Die Kampfhandlungen der südlichen Heeresgruppe haben aufgehört. Paulus weigerte sich, der nördlichen Heeresgruppe einen Befehl zu erteilen, damit auch diese die Kämpfe stoppt und argumentierte dies damit, dass er diese nicht befehlige“, heißt es im Dokument.

    Außerdem wird auch erstmals eine Meldung des Generalstabs der Wehrmacht über die Position der Truppen der Sowjetunion an der Ostfront am 23. September 1942  veröffentlicht. Im Dokument wird geschildert, was die Wehrmacht über die Stellungen und die Aufrüstung der russischen Sowjetarmee wusste.

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    „Im Raum Stalingrad unverändertes Feindverhalten. Zwischen Wolga und Don griff der Gegner mit starken Infanterie- und Panzerkräften gegen 14. Panzerkorps und 8. Armeekorps  an.“

    Ein anderes Geheimdokument berichtet über die Lage direkt im belagerten Stalingrad. So sei die rote Armee gezwungen gewesen spezielle Sturmtruppen zu bilden, die zu Stadt- oder, sprich, Nahkämpfen  trainiert und angepasst worden seien. Diese Erfahrung habe in vieler Hinsicht die weitere Entwicklung der Kunst des Nahkampfes in den Gang gesetzt.

    „Der Schlag der Sturmtruppe ist kurz, die Handlungen schnell und unverfroren. Die Beschaffenheit des Stadtkampfes bestimmt den Charakter der Sturmtruppe. Ein Stadtkampf ist ein Nahkampf: Die Attacke in einer Stadt ist der Sturm von befestigten Häusern, Gebäuden und Objekten, die vom Gegner zu Schartenständen und Stützpunkten umgewandelt werden“,  schreibt ein unbekannter Stratege.

    In solchen Fällen sei die Offensive durch größere Truppen unmöglich, weshalb nun „kleinere Gruppen der Infanterie die Kriegsarena betreten“.

    Des Weiteren wird im Dokument die Arbeit von Scharfschützen beschrieben, die sich beispielweise auf Kränen und in Schornsteinen versteckten und öfters systematisch ganze Gefechtsstände der Wehrmacht zerstörten. Insgesamt hätten Scharfschützen der 62. Armee rund 10 000 Offiziere und Wehrmachtsoldaten in Stalingrad getötet.

    Wassili Grigorjewitsch Saizew und Neulinge in Stalingrad (Archivfoto)
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    Wassili Grigorjewitsch Saizew und Neulinge in Stalingrad (Archivfoto)

    Einer der berühmtesten Scharfschützen war Wassili Grigorjewitsch Saizew, der sich besonders während der Schlacht von Stalingrad auszeichnete und in den ersten drei Monaten 240 deutsche Soldaten getötet haben soll.

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    Ein weiteres veröffentlichtes Dokument ist ein auf Deutsch geschriebenes Flugblatt mit dem Titel „An die deutschen Soldaten, die der blutige Hitler in den Mordkessel geworfen hat“, das über deutschen Stellungen abgeworfen wurde.

    „Schon einen Monat lang steht ihr vor Stalingrad. Was habt ihr erreicht? Zehntausende Deutsche sind vor Stalingrad gefallen, die Stadt aber bleibt und wird eine Sowjetstadt bleiben. Stalingrad bedeutet die Wolga. Und Wolga ist Sowjetrussland.  Niemals wird das freiheitsliebende russische Volk Stalingrad hergeben, die Wolga hergeben. Niemals wird es in die Knie vor dem Eindringling – dem faschistischen Deutschland — sinken.“

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    Schlacht um Stalingrad, Zweiter Weltkrieg, Konstantin Rokossowski, Friedrich Paulus, Deutschland, Russland, UdSSR, Stalingrad