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21:51 21 August 2019
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    Nenonazis, Berlin (Archivbild)

    „Jetzt kommen wir im Sommer“: Mit Neonazi-Slogans zu Fußball-WM – Fifa reagiert

    © AFP 2019 / Tobias SCHWARZ
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    Rechte Online-Vertriebe haben einen neuen Weg gefunden, um die „Hetzpresse“, wie sie sie nennen, zu reizen. Diesmal sind es T-Shirts mit Aufdrucken wie „Russland 2018 - Diesmal kommen wir im Sommer“, dazu ein Fußball und Soldaten in Wehrmachtshelmen.

    „Das T-Shirt-Motiv ist klar geschichtsrevisionistisch und spielt mutmaßlich auf die Schlacht von Stalingrad an“, erklärte die Linken-Politikerin Juliane Nagel, gegenüber Sputnik. „In diesem Sinne wäre es sogar ahistorisch, denn die Wehrmacht kam ja auch 1942 im Sommer“, so die Sprecherin für Kinder-, Jugend- und Migrationspolitik der Linksfraktion im Sächsischen Landtag.

    ​In den letzten Jahren sei es üblich geworden, sagte Nagel, dass auf den ersten Blick unpolitische, "lustige" Online-Shops T-Shirts und andere Sachen mit Neonazi-Slogans und Motiven bedrucken. Eine Facebook-Gruppe, welche die Shirts Vertreibt, nennt sich Deutsche Fun Shirts. Aber im Prinzip handelt es sich für Nagel um nichts weiter als die Fortführung der schon bestehenden Neonazi-Label, die meist als Mailorder nur angestammte Kundschaft erreichen. Sie führt aus:

    „Mittels Verbreitung sozialer Medien können solche Shops nun auch noch weitere Käuferschaften finden. Ähnliches gilt für den Online-Shop ‚Shirtzshop‘. Der Betreiber, Sven Liebich, der sich selber einmal als Aussteiger, also ehemaligen Neonazi bezeichnet hat, druckt seit Jahren sogenannte ‚lustige‘ und eben neonazistische T-Shirts. In Ostdeutschland gibt es zahlreiche solcher Neonazi-Labels.“

    Dass eben nun via Facebook & Co. geworben werde, sei einfach Kalkül: Dort sei eine viel größere Menge an potenziellen Kunden zu erreichen, also auch die, denen ein Klick auf eine, auch vom Namen her zu erkennende Neonaziwebsite, noch zu viel wäre.

    Auch die Fifa verurteilt das Motiv

    „Die Fifa hält an Null-Toleranz gegenüber jeder Diskriminierungsform fest und hat einen Mechanismus, um feierliche und respektvolle Atmosphäre in den Stadien zu gewährleisten“, teilte das Presseamt der Fifa am Montag in einem Gespräch mit RT mit.

    Der Weltfußballverband habe ein dreistufiges System zur Bekämpfung von Diskriminierung in den Stadien. Dieses System sei beim Konföderationen-Pokal 2017 in Russland mit Erfolg erprobt worden. Die T-Shirts mit Nazi-Symbolik stufe die Fifa als eine „Erscheinungsform von Rassenintoleranz“ ein und werde damit nicht ins Stadion  lassen, so das Presseamt weiter.

    Der Verfassungsschutz wurde durch Sputnik um einen Kommentar gebeten, dieser steht bisher noch aus.

    Bolle Selke

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    Tags:
    Provokaitonen, Neonazis, T-Shirt, Fußball-WM 2018, FIFA, Deutschland