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02:36 18 August 2019
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    Massengebet zum islamischen Opferfest am 1. September 2017 in MoskauMassengebet zum islamischen Opferfest am 1. September 2017 in Moskau

    200.000 Moslems beten in Moskaus Stadtkern - Straßen großräumig gesperrt - FOTOs

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    Hunderttausende Moslems haben am Freitag an den Feierlichkeiten anlässlich des islamischen Opferfestes Kurban Bayram in Moskau teilgenommen. An der Moskauer Hauptmoschee wurden ganze Straßen für Massengebete vorübergehend gesperrt.

    „Mehr als 200.000 Gläubige nahmen an den Veranstaltungen in Moskau teil“, teilte das Polizeipräsidium der russischen Hauptstadt am Freitag mit. Den Angaben zufolge verliefen die Feierlichkeiten friedlich.

    Polizeibeamte und Soldaten der Nationalgarde sorgten an den Orten der religiösen Rituale für die öffentliche Ordnung. „Verstöße hat es keine gegeben.“

    Derartige Massengebete der Muslime in Moskau sind schon Tradition (Fotostrecke>>). Landesweit bekennen sich nach Angaben des Muftirates bis zu 20 Millionen Menschen zum Islam, 1,5 Millionen davon in Moskau. Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew haben die muslimische Bevölkerung des Landes zum Kurban Bayram gratuliert.

    Muslime in Russland: Friedliche Koexistenz seit Jahrhunderten

    Ruschan Abbjassow, Vize-Vorsitzender des russischen Muftirats, zeigte sich zufrieden mit dem ruhigen Ablauf der Feierlichkeiten.

    „Bei uns in Russland ist alles wie gewohnt stabil und auf würdigem Niveau verlaufen“, sagte er in einem Gespräch mit Sputnik.

    Der Islam-Experte Leonid Sjukijajnen von der Moskauer Higher School of Economics verwies in einem Sputnik-Interview darauf, dass die Situation der muslimischen Minderheit in Russland sich von der in Europa prinzipiell unterscheide. (ich nehme an, du meinst diese Hochschule)

    „Es gibt einen ganz großen historischen Unterschied: In Russland sind Moslems nämlich seit Jahrhunderten Teil der Gesellschaft. Auch wenn hier nicht immer alles reibungslos läuft, liefert Russland ein historisches Beispiel für das Zusammenleben und die gegenseitige Verständigung“, sagte der Experte.

    „Europa hat in den letzten Jahren mit einer großen Einwanderungswelle zu tun, auf die es offenbar nicht vorbereitet war. Dort gibt es viele soziale und politische Probleme.“

    Damit der Dialog klappe, sollten die Einwanderer, so der Experte, nicht vergessen, dass sie Gäste in einem fremden Haus seien. „Der Hausherr seinerseits sollte seinen Gästen helfen, sich in das Milieu zu integrieren. Das mag aber schwer sein, weil der Zustrom der Menschen sehr groß ist.“

    Lage in Deutschland

    Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung sind Muslime in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern vergleichsweise gut integriert. Doch Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft monierten die Schlussfolgerungen der Gütersloher Forscher, wonach die Integration etwa auf dem Arbeitsmarkt schon weit vorangeschritten sei, schreibt die Internet-Zeitung T-Online.

    Sie zitiert den IW-Ökonomen Holger Schäfer mit den Worten, dass „Muslime deutlich seltener erwerbstätig sind und auch seltener in Vollzeit als Christen oder Konfessionslose arbeiten“. Dies sei die Auswertung des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Daher gebe es keinen Grund, in den Bemühungen um eine Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt nachzulassen, besonders mit Blick auf die gestiegene Zuwanderung der vergangenen Jahre, so Schäfer.

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