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20:02 23 Juli 2019
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    Angebliche Einmischung Moskaus in Montenegro: Journalist kontert britische „Beweise“

    © Sputnik / Hans-Georg Schnaak
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    Der montenegrinische Journalist Mathia Nikolic hat einen Artikel der britischen Zeitung „The Telegraph“ für die darin enthaltenen „sensationellen“ Fotos, die die angebliche Beteiligung Moskaus an dem gescheiterten Putschversuch in Montenegro im Vorjahr belegen sollen, scharf kritisiert. Dies berichtet die russische Onlinezeitung „Wsgljad“.

    Der Journalist bezog sich auf Fotos, auf denen angeblich Eduard Schischmakow, Beamter des russischen Geheimdienstes GRU, und der serbische Nationalist Alexander Sindschelic zu sehen sind. Laut der britischen Zeitung ist dies „der wichtigste Beweis“ dafür, dass die russischen Geheimdienste in Verbindung mit den Mordplänen an dem montenegrinischen Ministerpräsidenten, Milo Dukanovic, stünden.

    Nikolic erwiderte, die Fotos können kaum als „Beweis“ für die russische Einmischung dienen.

    „Für ‚The Telegraph‘ ist es anscheinend unwichtig, dass zwei Personen, die im Park spazieren gehen, von keinem Gericht dieser Welt als ein relevantes Indiz für was auch immer gewertet werden würden – und schon gar nicht, wenn es um einen Putsch in einem anderen Land geht“, erklärte der Journalist gegenüber Sputnik Serbien.

    Nikolic merkte an, dass, sobald in Montenegro die Rede davon aufkomme, der Nato-Beitritt des Landes sei illegitim gewesen, die westlichen Medien und Beamte sofort damit anfingen, in allen Problemen Russland zu beschuldigen.

    Schon zuvor hatte „The Telegraph“ ein Foto veröffentlicht, auf dem zwei vermeintliche Mitarbeiter des russischen Generalsstabs bei einer Dienstreise auf dem Balkan zu sehen sind, die – so die Zeitung – für den gescheiterten Putschversuch in Montenegro verantwortlich sein sollen.

    Auch US-Vizepräsident Mike Pence hatte beim Gipfel der sogenannten „Adriatischen Charta“ in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica Anfang August Russland direkt vorgeworfen, den Balkan zu destabilisieren und einen Putsch in Montenegro im Jahr 2016 vorbereitet zu haben, um den Nato-Beitritt des Landes zu verhindern.

    „Russland versucht weiterhin mit Gewalt, die Grenzen auf dem Westbalkan neu zu ziehen. Es hat versucht, die Region zu destabilisieren und uns und den Rest Europas zu teilen. Diese Absichten wurden bereits im letzten Jahr sichtbar, als Moskauer Agenten versucht haben, die Wahlen platzen zu lassen und sogar den Premierminister zu töten, um das Volk von Montenegro davon zu überzeugen, nicht der Nato beizutreten“, erklärte Pence.

    Weiterhin unterstrich er, von Donald Trump zum Gipfel geschickt worden zu sein, „als Zeichen der ununterbrochenen Hinwendung der USA zum Balkan“.

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    Tags:
    Wahleinmischung, Beweise, The Telegraph, Mike Pence, Balkan, Montenegro