07:51 23 September 2017
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    Liebe in Deutschland (Archivbild)

    Nach Deutschland geht man für die Liebe, nicht wegen der Karriere - Umfrage

    © AFP 2017/ Wolfram STEINBERG / DPA /
    Gesellschaft
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    Karriere, Liebe, Abenteuer – immer mehr Menschen entscheiden sich freiwillig, ihre Heimat für eine Zeit lang zu verlassen und ihr Glück in einem fremden Land zu suchen. Eine neue Studie von InterNations belegt: Bahrain ist in diesem Jahr das beliebteste Ziel für Expats, Deutschland hingegen wird immer unbeliebter.

    Mehr als 12 500 Teilnehmer aus 166 Nationen, die in 188 Ländern leben, hat InterNations für seine diesjährige Ausgabe der Studie Expat Insider befragt. InterNations wollte wissen, aus welchen Gründen diese Menschen ihre Heimatländer (auf Zeit) verlassen haben und was sie an ihren Wohn- und Arbeitsorten besonders schätzen, und wo sie wiederum Schwierigkeiten sehen. Befragt wurden sowohl „klassische“ Expats, die in vergleichsweise hohen Positionen für mehrere Jahre in einem anderen Land leben und arbeiten, als auch Menschen, die aus anderen Gründen auswandern.

    65 Länder wurden gezählt, mindestens 75 Teilnehmer pro Land waren notwendig, damit es berücksichtigt wurde.

    Es gab Fragen zu 43 Faktoren, die das Leben im Ausland bestimmen, von Familienleben bis Finanzen. Gleich viel zählten dabei emotionale Faktoren, wie Freundschaften schließen, und praktische, wie die persönliche Sicherheit. Lebenshaltungskosten gingen dabei nicht in das allgemeine Rating ein.

    Der Überraschungssieger und die ewig letzten

    So manchen mag es überraschen, doch das Königreich Bahrain ist der diesjährige Spitzenreiter im Rating von InterNations. Der kleine, aber wohlhabende Staat am Persischen Golf schoss von Platz 19 im Jahr 2016 auf Platz 1 in diesem Jahr. Verbessert haben sich vor allem die Faktoren persönliche Finanzen, Arbeitssituation und die Leichtigkeit, anzukommen und sich zurechtzufinden.  Mit der finanziellen Situation sind 68 Prozent zufrieden, 41 Prozent der Befragten sagen, sie würden dort wesentlich mehr verdienen, als in ihren Heimatländern. Auch in puncto Familienfreundlichkeit hat Bahrain mächtig aufgeholt und ist von Platz 34 auf Platz 10 aufgestiegen.

    Expat Insider Studie 2017

    Die größten Gewinner sind jedoch Malaysia, Norwegen und Portugal. Malaysia schafft den Sprung von Platz 38 auf die 15. Position dank der Tatsache, dass 78% der Befragten es einfach finden, sich in Malaysia niederzulassen. Norwegen steigt von 43 auf 20 auf, die meisten Befragten sind im Allgemeinen zufrieden damit, in Norwegen zu wohnen, mehr als die Hälfte fühlt sich in Norwegen zuhause. Mit sehr guter Lebensqualität und Freundlichkeit gegenüber den Neuankömmlingen hat Portugal 17 Plätze gut gemacht und landet 2017 auf Platz 5. Auch in Sachen Sicherheit hat Portugal große Fortschritte gemacht.

    Bei den Schlusslichtern hat sich in den letzten Jahren nichts verändert — Griechenland, Kuwait und Nigeria bleiben am Ende der Liste. Die wirtschaftliche Krise in Griechenland sorgt bei den Expats für Verunsicherung und auch bei familiären Themen wie Kinderbetreuung und Bildung musste Griechenland erhebliche Rückschritte hinnehmen, sodass das südeuropäische Land auf dem letzten Platz im Familienlebensindex landet. Kuwait konnte immerhin Verbesserungen im Bereich Jobsicherheit verzeichnen und landet dieses Jahr auf dem vorletzten Platz des Ratings. Platz 63 belegt Nigeria, das weiterhin erhebliche Schwierigkeiten mit Verkehr, Gesundheit und Sicherheit hat. Die persönliche finanzielle Situation vieler dort lebender Expats hat sich jedoch verbessert, was Nigeria 2017 von der Schlussposition des Ratings wegkommen ließ.

    Gar nicht mal so beliebt: Deutschland verliert immer weiter an Sympathie

    Während einige Länder bemerkenswerte Fortschritte seit 2014 gemacht haben, befindet sich Deutschland im Abwärtstrend: Von Position 12 bei der ersten Erhebung, rutschte die BRD in den Folgejahren auf die Plätze 16, 17 und schließlich Platz 23 in diesem Jahr.

    Die einzigen Kategorien, in denen Deutschland zwischendurch leichte Zugewinne erzielen konnte, war die Leichtigkeit, hier Fuß zu fassen und der Arbeitsindex.

    Die größten Verluste hat Deutschland im Bereich Familienfreundlichkeit eingefahren, wo es von Platz 5 in 2014 auf Platz 22 in 2017 gefallen ist. Nach Ansicht vieler Befragten würden die Deutschen Familien mit Kindern unterkühlt behandeln und 11 Prozent der Expats finden die Kinderbetreuung nicht bezahlbar.

    Nach Deutschland für die Liebe

    Während weltweit die meisten Menschen im Rahmen von diplomatischen Missionen, Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit oder im Rahmen der Arbeit bei einer NGO die Heimat verlassen und in ein anderes Land ziehen, kommen die Expats nach Deutschland nicht zuallererst wegen der Arbeit. Mit 16 Prozent der Befragten kommen die meisten wegen der Liebe. Die Karriere belegt mit 13 Prozent Rang 2, das Abenteuer suchen in Deutschland immerhin 12 Prozent. Nur 3 Prozent der Befragten geben an, Deutschland sei ihr Traumziel gewesen.  

    Ilona Pfeffer

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    Tags:
    Karriere, Liebe, Umfrage, Ilona Pfeffer, Deutschland
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