11:00 23 September 2017
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    RT-Symbol (Archivbild)

    „RT und Sputnik trösten die Leute“: US-Autorin nimmt russische Medien in Schutz

    © Sputnik/ Ewgeniy Odinokow
    Gesellschaft
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    Als einen Angriff auf die Redefreiheit bezeichnet die US-Journalistin und Autorin Diana Johnstone die Ermittlungen gegen Sputnik und RT in den USA. Aus ihrer Sicht fühlt sich das Monopol der Systemmedien bedroht. Dieses sagt den Bürgern nicht was passiert, sondern was sie denken sollen, kritisiert die Journalistin.

    Die US-Regierung sei durch die Existenz von russisch finanzierten Medien als alternative Informationsquelle beunruhigt, sagte Johnstone im Sputnik-Interview. Das würden frühere Statements von Hillary Clinton und Anderen deutlich machen. Sie kommentierte die aktuellen Vorgänge so:

    „Es wurde anscheinend schon lange geplant, eine Ausrede zu finden, um solche Unternehmen zu schließen. Als Vorwand wird natürlich die absurde Anklage angeführt, dass die russischen Medien die Wahl gestohlen hätten. Man will das Monopol der Systemmedien weiter fortsetzen, welche den Leuten nicht sagen was passiert, sondern eher was sie denken sollen.“

    Die in Minnesota geborene Johnstone war unter anderem als Pressesprecherin der Fraktion Die Grünen (GGEP) im Europäischen Parlament tätig. Sie verwies auf die aktuelle politische und gesellschaftliche Atmosphäre in den USA. Dazu gehöre die Kampagne der politischen Korrektheit (political correctness), verbunden mit der sogenannten Identitätspolitik.

    Diese habe vor allem in Akademikerkreisen den Glauben verbreitet, dass Redefreiheit es nicht verdiene, verteidigt zu werden –es könnte ja jemand gekränkt werden. Für die Journalistin passen die Aktivitäten der US-Behörden gegen Sputnik und RT in dieses Bild. Obwohl Redefreiheit eigentlich ein grundsätzlicher Wert der amerikanischen Demokratie sein sollte, werde sie mehr und mehr als gefährlich abgelehnt.

    Normale Arbeitsweise als Vorwurf

    Natürlich hätten alle Medien ihren eigenen Standpunkt, betonte Johnstone. Nur der russischen Seite würde daraus aber ein Vorwurf gemacht. „Das FBI sammelt nun belastende Informationen von zwei RT-Journalisten, die gefeuert worden sind“, sagte sie im Interview. „Sie werfen dem Washingtoner Chefredakteur vor, den Journalisten erzählt zu haben, dass Moskau über dies oder jenes berichtet oder diese eine spezielle Frage gestellt haben möchte. Ich selbst habe für zwei westliche Nachrichtenagenturen gearbeitet – und das ist genau was diese machen.

    Auslandskorrespondenten der Associated Press, als es solche noch gab, wurden genauso angewiesen, dass New York dies oder jenes hören möchte. New York hat sogar die Artikel umgeschrieben, damit sie in deren politische Linie passten. Wenn man von der Associated Press gefeuert wird, sucht man sich einen anderen Job. Wenn man von RT oder Sputnik gefeuert wird, dann geht man zum FBI und wird als Held gefeiert.“

    Es sei absurd, den russischen Medien vorzuwerfen, dass sie die US-Wahlen beeinflussen wollten. Das mache doch jeder in den USA, hob die Journalistin hervor. In- und ausländische Lobbys würden nicht nur mit Informationen, sondern auch mit großen Wahlkampfspenden gezielt Kandidaten beeinflussen. Der Einfluss der russischen Medien in den USA wäre auch nicht groß genug, um eine Präsidentenwahl zu manipulieren.

    Johnstone schätzte ein, „dass Sputnik und RT die Meinung der USA nicht wirklich beeinflussen. Vielleicht werden sie das in der Zukunft tun, und vielleicht fürchten sich die USA davor. Aber ich muss sagen, dass sie die Leute, die es satt haben, nur die eine Seite einer Geschichte zu hören, ermutigen. Ich glaube also nicht, dass sie Leute überzeugen, sondern sie trösten sie."

    Diana Johnstone hat mehrere Bücher geschrieben, zuletzt die Einleitung und das Fazit für die Memoiren ihres Vaters Paul H. Johnstone mit dem Titel „From MAD to Madness“ über 20 Jahre im Pentagon.

    Bolle Selke

    Das komplette Interview mit Diana Johnstone zum Nachhören:

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    Tags:
    Medienfreiheit, Schutz, Interview, Sputnik, RT, USA, Russland
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