11:20 26 September 2017
SNA Radio
    Linda W

    Irak: Erwartet die deutsche IS-Kämpferin Linda W. die Todesstrafe?

    © Foto: Screenshot
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    1539551097

    Die 16-jährige Deutsche Linda W., die sich dem IS angeschlossen hatte und später in Mossul von irakischen Sicherheitskräften festgenommen wurde, befindet sich derzeit in einem Bagdader Gefängnis. Über ihr Schicksal wird die Justiz entscheiden, erklärte der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi der Nachrichtenagentur AP in einem Interview.

    Demnach teilte al-Abadi mit, dass ein irakisches Gericht entscheiden werde, ob im Fall der Deutschen die Todesstrafe verhängt werden wird.

    „Wissen Sie, nach einigen Rechtsprechungen müssen auch Jugendliche für ihre Handlungen haften. Insbesondere wenn es um kriminelle Handlungen geht, konkret – um das Töten von unschuldigen Personen“, zitiert AP den Ministerpräsidenten.

    Nach Angaben verschiedener Medien hatte das irakische Militär im Zuge seiner Operation zur Befreiung von Mossul vom „Islamischen Staat“ (IS) mindestens 20 ausländische Kämpfer verschiedener Nationalitäten festgenommen – darunter die 16-jährige Linda W. aus Sachsen.

    Später wurde bekannt, dass die irakische Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen mindestens vier deutsche Staatsbürgerinnen aufgenommen hatte, die in Mossul bei der Befreiung der Stadt vom IS festgenommen wurden.

    Die Bundesstaatsanwaltschaft bestätigte, dass sie ebenso Ermittlungen gegen diese vier Deutschen führe.

    Nach Angaben eines Vertreters der Bundesanwaltschaft wird der Schülerin aus Sachsen im Zusammenhang mit den Ermittlungen jede mögliche konsularische Hilfe gewährt.

    Sollte Linda im Irak verurteilt werden, droht ihr die Todesstrafe. Eine Auslieferung nach Deutschland ist allerdings auch möglich, jedoch besteht laut dem Bundesjustizministerium kein Auslieferungsabkommen zwischen Deutschland und dem Irak.

    Die zuvor „gewöhnliche“ Schülerin aus Sachsen verschwand im Sommer 2016, direkt nachdem sie zum Islam konvertiert war. Ihre Eltern haben sie danach als vermisst gemeldet.

    Zum Thema:

    Tote Stadtbezirke von Mossul – FOTOS
    Wie Finanzmittel in IS-Hände nach Mossul gelangten - Quelle erläutert
    IS-Papiere im befreiten Mossul gefunden: so war das Alltagsleben unter IS wirklich
    „Kleidung für Ungläubige“: Wie Mossul sich in IS-Zeiten anzog – FOTOs
    Mossul darf wieder sexy sein
    Deutschland sagt Mossul weitere Hilfe zu
    Tags:
    Kampf gegen den Terror, IS, Bundesstaatsanwaltschaft, Mossul, Deutschland, Irak
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren