16:51 20 November 2018
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    Weltenretter Stanislaw Petrow bekommt den Dresden-Preis

    Der vergessene Weltenretter: Sowjetoffizier Stanislaw Petrow still gestorben

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    Sergej Pirogow
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    Vor genau 34 Jahren hat er die Menschheit vor dem atomaren Inferno bewahrt: Der legendäre sowjetische Offizier Stanislaw Petrow ist im Mai dieses Jahres in der Kleinstadt Frjasino bei Moskau von der Öffentlichkeit unbemerkt gestorben.

    Die Nachricht über seinen stillen Tod erreichte erst jetzt und ganz zufällig die globale Bühne: Petrows alter Bekannter Karl Schumacher hatte am 7. September den pensionierten Offizier angerufen, um ihm zum 78. Geburtstag zu gratulieren.

    „Ich war schockiert, als sich sein Sohn Dmitrij Petrow am Telefon meldete und sagte, dass sein Vater gestorben sei“, schrieb Schumacher.

    In der Nacht zum 26. September 1983 hatte das Frühwarnsystem in einem Luftüberwachungszentrum bei Moskau, in dem Petrow Dienst hatte, den Angriff von amerikanischen Atomraketen gemeldet. Der Oberstleutnant  hatte nur wenige Minuten, um über einen Vergeltungsschlag zu entscheiden. Doch Petrow erkannte — rein intuitiv — einen Fehlalarm — und verhinderte damit einen Atomkrieg.

    Der Zwischenfall wurde aus Geheimhaltungsgründen erst 1993 der Öffentlichkeit bekannt, als  Petrow schon in der Rente war. In den Folgejahren wurde der Weltenretter mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet, zuletzt 2013 mit dem Dresden-Preis.

    „Ich habe nichts Heldenhaftes getan, sondern nur meine Arbeit“, hatte Petrow damals in einem Interview mit der Nachrichtenagentur RIA Novosti gesagt. Auch hatte der damals 73-Jährige erzählt, wie sich die Ereignisse damals entwickelt hätten und warum er nicht auf den "Knopf gedrückt" hatte.

    Sergej Pirogow

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    Stanislaw Petrow, Russland