08:14 13 Dezember 2017
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    Anis Amri

    Beamte warnten Berlin-Attentäter Amri vor Überwachung – Medien

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    Bei der Überwachung des Berliner Weihnachtsmarktattentäters Anis Amri hat es offenbar weitere schwere Verfehlungen seitens der Polizei gegeben. Beamte hatten den Tunesier offenbar wissen lassen, dass er überwacht werde, schreibt der „Spiegel“ am Freitag unter Berufung auf bisher unbekannte Ermittlungsakten.

    Im Februar 2016 fuhr Amri demzufolge mit dem Bus von Dortmund nach Berlin. Entgegen der Bitte des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamts (LKA) observierte die Berliner Polizei den Gefährder bei dessen Ankunft nicht verdeckt, sondern nahm ihn mit aufs Präsidium. Dadurch seien weitere Islamisten aus dem Umfeld Amris gewarnt und die Ermittlungen der Bundesanwaltschaft gefährdet worden.

    Der Tunesier meldete sich laut dem Blatt am selben Abend aufgeregt bei einem mutmaßlichen IS-Unterstützer aus Dortmund und warnte ihn, alle verdächtigen Informationen im Handy zu löschen. Die Kontaktperson soll daraufhin andere Islamisten ermahnt haben, vorsichtiger zu sein.

    Mehr zum Thema: „Vertuschung und Ablenkungsmanöver der Regierung aufdecken“ – Neuer Amri-U-Ausschuss

    Ende März 2016 wurde Amri in Oberhausen erneut von Beamten gewarnt. Amri holte sich an jenem Tag seinen Asylbewerberscheck ab und wurde dabei von einem V-Mann der nordrhein-westfälischen Polizei begleitet. Dabei habe eine Mitarbeiterin der Stadt erzählt, dass Amri aufpassen müsse: Das Landeskriminalamt verdächtige ihn, Leistungen zu erschleichen. So berichtete es der V-Mann laut den Akten. Die Stadt weist die Darstellung zurück, so der „Spiegel“.

    Am 19. Dezember 2016 erschütterte der Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz ganz Deutschland. Zwölf Menschen starben, 66 wurden verletzt.

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    Tags:
    Polizei, Attentat, Polizei, Bundesanwaltschaft, Landeskriminalamt (LKA), IS, Der Spiegel, Anis Amri, Deutschland
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