01:45 17 Oktober 2017
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    Flüchtlinge in einer Turnhalle. Stern-Buchholz, Norddeutschland (Archivbild)

    Berlin: Schülern und Sportlern fehlen Turnhallen nach Flüchtlingskrise – Zeitung

    © AFP 2017/ DPA/ Jens Buttner
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    Schüler müssen mit Bussen in abgelegene Turnhallen zum Sportunterricht gefahren werden. Und Sportvereinen drohen die Mitglieder wegzulaufen, weil sie keinen Platz zum Trainieren haben: Berlin hat ein Problem mit unsanierten Turnsälen, wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet. Längst hätte das Ärgernis beseitigt sein müssen.

    Viele Berliner Turnhallen wurden als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt. Die meisten dieser Hallen haben die Migranten schon im Januar verlassen, die letzte steht seit März frei. Schüler und Sportler können dort trotzdem immer noch nicht turnen: Drei Wochen nach Schulbeginn ist die Hälfte dieser Räume in sanierungsbedürftigem Zustand. Dies belegt eine Liste der Sportsenatsverwaltung, wie die Zeitung schreibt.

    An 20 Standorten ist die Nutzung inzwischen erlaubt, an vier davon wird bei laufendem Schul- und Sportbetrieb weiter rumsaniert, wie aus der Liste laut dem Blatt hervorgeht. 15 weitere sollen bis Jahresende für die Nutzer freigegeben werden. Nur wird dann immer noch knapp die Hälfte der Hallen ungenutzt bleiben: 62 Hallen an 51 Standorten sind laut dem Blatt während der Flüchtlingskrise beschlagnahmt worden – Sanierungsarbeiten im Wert von rund 24 Millionen Euro stehen noch aus.

    Von diesem Missstand betroffen sind, wie die Zeitung schreibt, nicht nur Schüler, sondern auch Leistungs- und Vereinssportler. Bei diesen beginnt jetzt nämlich langsam die Hallensaison.

    Der Bildungsstadtrat Carsten Spallek (CDU) sagte der Zeitung, in Berlin-Mitte seien noch drei Sporthallen nicht nutzbar: "Schul- und Vereinssport sind dadurch beeinträchtigt", so der Christdemokrat. Es habe sogar Austritte aus dem ASV (Allgemeiner Sportverein) gegeben. Die Mitglieder seien verärgert, dass sie nicht trainieren konnten.

    "Wir wollten bereits im Oktober fertig werden, haben auf unsere erste Ausschreibung für die Bodenbelagsarbeiten aber keine Angebote bekommen", sagte Spallek laut „Berliner Morgenpost“.

    Sie sollen nun Ende des Jahres beziehungsweise im Januar fertig saniert sein.

    Und in Treptow-Köpenick etwa sind laut dem Blatt vier Hallen noch nicht in normgerechtem Zustand. Für zwei Schulen im Bezirk bedeutet das starke Einschränkungen: "Die Schüler werden zurzeit mit einem Busshuttle zu einer Sporthalle nach Adlershof gebracht", sagte Bildungsstadträtin Cornelia Flader (CDU) der „Berliner Morgenpost“. Im März 2018 sollen die Sanierungsarbeiten dann aber abgeschlossen sein, verspricht die Senatsverwaltung.

    Flüchtlinge aus Afrika
    © Sputnik/ Irina Kalaschnikova

    Knüppeldick kommt es in dieser Hallensaison für den Sport-Club Charlottenburg (SCC) – besonders für dessen Hockeyabteilung, wie die Zeitung schreibt. Die Haupthalle des Vereins ist nämlich eine der zwei Sporthallen der Waldoberschule in Westend und muss jetzt die komplette Hallensaison lang saniert werden. Nutzung ausgeschlossen. "Es gibt einen Mangel an Baufirmen, insbesondere derer, die sich auf Sporthallen spezialisiert haben", heißt es in einem Brief des Sportklubs an die Vereinsmitglieder. Etwa 30 Trainingsstunden müssen daher ausfallen.

    "Die Eltern protestieren dagegen und viele haben schon gedroht, den Verein zu verlassen", sagt Andreas Statzkowski, Vorsitzender des SCC. Damit wäre die ganze Hockeyabteilung bedroht, "denn wenn der Nachwuchs wegbricht, hat das auch verzögert Auswirkungen auf den Erwachsenenbereich", warnt er.

    Statzkowski hofft aber, das Bezirksamt werde noch eine Lösung finden. Noch ist aber keine in Sicht.

    Harte Einschränkungen gibt es laut dem Blatt auch im Leistungssport. Zwar waren die Leichtathletikstützpunkte Rudolf-Harbig-Halle in Charlottenburg und das benachbarte Horst-Korber-Sportzentrum die ersten Hallen, die nach dem Auszug der Flüchtlinge freigeworden sind. Doch genutzt werden können sie bis heute nicht. Aber: "Wir sind zuversichtlich, dass wir vor Weihnachten hier wieder ans Netz gehen können", sagte Heiner Brandi, Direktor des Landessportbundes Berlin. Die Senatsverwaltung peilt jedoch das erste Quartal 2018 als Übergabetermin an, wie die Zeitung schreibt.

    Auch an 14 anderen Standorten werden sich die Sportler laut dem Blatt bis zum ersten Quartal 2018 gedulden müssen. Zwei Sporthallen in Neukölln werden sogar erst im Januar 2019 wiedereröffnet, wie die Zeitung schreibt.

    Und Grund für die Berliner Misere? Erst waren es die Abläufe in der Verwaltung, jetzt mangelt es an Firmen, die die Arbeiten übernehmen könnten.

    Zunächst haben sich der Landessportbund und die Senatsverwaltung über die Sanierungskosten nicht einigen können, wie das Blatt schreibt. Der vom LSB bestellte Gutachter hatte die Kosten der Instandsetzung demnach auf 3,6 Millionen Euro geschätzt. Ein Gutachter von BIM – Immobilienmanagement des Landes Berlin – kam laut der Zeitung nur auf 1,5 Millionen Euro.

    Rund vier Monate lang habe es gedauert, bis schließlich eine Einigung gefunden wurde, erklärt Brandi. Nachdem die Arbeiten ausgeschrieben waren, gab es die nächsten Probleme: "Es gab Lieferprobleme mit dem Boden", sagt der Direktor des Landessportbunds.

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    Tags:
    Problem, Flüchtlinge, Schulen, Unterkunft, Sporthallen, Berlin, Deutschland