03:44 08 Dezember 2019
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    Friedhof in Europa (Symbolbild)

    Französische Schriftstellerin auf eigene Bitte getötet

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    Die 59-jährige französische Schriftstellerin Anne Bert hat am Montag in einer belgischen Klinik eine tödliche Spritze bekommen. Sie litt an der unheilbaren Nervenerkrankung Amyotrophe Lateralsklerose (ALS), wegen der ihre Füße kurz vor dem Tod erlahmten, schreibt die Zeitung „Le Monde“ am Dienstag.

    Bert kämpfte in ihrem Heimatland für das Recht auf Sterbehilfe, doch erfolglos. Um zu sterben, musste sie nach Belgien reisen, wo die Euthanasie gesetzlich erlaubt ist.

    „Ich fühle die Füße nicht, meine Arme funktionieren fast nicht mehr. Ich kann nicht selbst essen und schlafen, ich lebe wie ein Tier“, sagte die Schriftstellerin und flehte die französischen Beamten um Legalisierung der Sterbehilfe an.

    Es war Bert gelungen, mit der französischen Gesundheitsministerin zu sprechen, die versprach, die Euthanasie in den kommenden zwei bis drei Jahren zu legalisieren. Bert nutzte jede Möglichkeit, um der Welt über ihre Krankheit zu erzählen. Sie gab viele Interviews. 

    Die schreckliche Krankheit, an der auch der berühmte Physiker Stephen Hawking leidet, wurde bei Bert 2015 diagnostiziert.

    Bert wurde 2009 berühmt, nachdem ihr erster Roman veröffentlicht worden war. Die Kritiker bezeichneten ihre Prosa als erotisch, doch sie selbst bevorzugte die Definition „intim“. 

     

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    Tags:
    Sterbehilfe, Wunsch, Tod, Schriftstellerin, Anne Bert, Belgien, Frankreich