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22:00 19 Oktober 2019
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    Deutscher Islamist Pierre Vogel, auch bekannt als Abu Hamza, mit seinen Anhängern - die Zahl der deutschen Salafisten steigt unaufhörlich

    So indoktrinieren radikale Muslime in Deutschland ihre Kinder – Medien

    © AFP 2019 / ULI DECK / DPA
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    Lange Zeit versuchten vor allem Terrormilizen wie der „Islamische Staat“ junge Menschen in Deutschland mit ihrer Hassideologie beispielsweise über das Internet zu indoktrinieren. Doch nun werden immer öfter Fälle gemeldet, wo es die Eltern sind, die ihren Kindern eine radikalislamische Ideologie einflößen. Darüber berichtet der Bayerische Rundfunk.

    Dabei bezieht sich der Sender auf einen Fall in einer Schule in Bayern, in der zwei Schwestern aus einer türkischstämmigen Familie jahrelang von ihren radikalislamischen Eltern indoktriniert wurden.

    Zwar habe der Ethiklehrer noch versucht, dem entgegenzuwirken, habe im Endeffekt jedoch nichts ausrichten können. Eine der Schwestern heiratete letztlich einen Mann, der offen mit den Salafisten sympathisierte, die andere zog gar nach Syrien in den Dschihad.

    Entscheidend hierbei seien aber nicht wie meistens zuvor Propagandamaterialien aus dem Internet oder „eigenständige“ Radikalisierung der Jugendlichen gewesen, sondern in erster Linie ihre eigenen Eltern.

    So habe der Lehrer versucht, mit der Familie der beiden Schwestern zu sprechen, dies habe aber nur den Grund des Problems offengelegt – nämlich die Eltern selbst.

    So sei die Mutter komplett verhüllt erschienen und habe sich darüber beschwert, dass in Deutschland Jungen und Mädchen zusammen in eine Schule gehen dürfen.

    Der Mann habe gar der Kollegin des Ethiklehrers den Handschlag verweigert, weil sie eine „unreine Frau“ sei. Jegliche Überzeugungsversuche des Lehrers habe er mit der Einstellung abgeschmettert, die Sitten und Gebräuche in Deutschland interessierten ihn nicht.

    Stattdessen würde für ihn nur der Koran als Gesetz gelten.

    Am Ende des missglückten Kommunikationsversuchs wurde der Lehrer mit „Du Nazi“ beschimpft.

    Die beiden Schwestern seien hier aber weniger Täter, sondern vielmehr die Opfer gewesen, die ihre eigene Lebenssituation als „Gefangenschaft“ ohne eigenen Willen oder eigene Freiheiten erlebt hätten, so der Lehrer.

    „Eine der Schwestern hatte großes Vertrauen zu mir und bat mich Mitte der 8. Klasse um Hilfe. Sie schilderte ihre Lebenssituation als Gefangene, die weder einen eigenen Willen noch Freiheiten besaß“, beschrieb er die Situation.

    Zwar habe er noch versucht, die beiden Mädchen selbst in die richtigen Bahnen zu lenken und ihnen Freiheiten zu geben – etwa indem er sie ohne das Einverständnis ihrer Eltern das Internet für eineinhalb Stunden am Tag nutzen ließ, jedoch konnte dies nicht mehr helfen.

    Die Psychologin Marianne Rauwald erklärte in diesem Zusammenhang, dass dies auch nicht helfen gekonnt habe, weil das Kind so „zwischen zwei Welten“ gestellt werde.

    Solche Zustände seien dabei wohl zunehmend kein Einzelfall mehr. Immer öfter würden sich Lehrer von verschiedenen Schulen an die Radikalisierungs-Hotline des Bamf wegen ähnlicher Vorfälle wenden, weil sie „Hasskinder“ von Salafisten-Eltern in der Klasse hätten.

    Schulkinder, die absichtlich von ihren Eltern islamistisch indoktriniert werden, seien ein Phänomen, das zu einem zunehmend größeren Problem werden würde.

    Es ließe sich kaum bis gar nicht mit den Eltern diskutieren und die Kinder würden gar selbst Indoktrinierung auf den Schulhöfen durch Propagandavideos auf ihren Handys oder die Verbreitung der Meinung, dass Terroranschläge in Europa „legitim“ seien, betreiben.

    Im Unterricht würden die Kinder zudem immens stören, da sie die Lehrkräfte und andere Schulkinder als „Ungläubige“ beschimpfen oder offen den Dschihad propagieren würden.

    Das Phänomen löst unterdessen auch heftige Diskussionen im Internet und in sozialen Netzwerken aus.

    Viele verweisen darauf, dass solche Familien komplett in ihre Heimatländer abgeschoben werden müssten oder fragen, warum diese nun überhaupt in Deutschland seien.

    „Versteh ich nicht… Leben im Westen, lehnen aber die westlichen Werte ab… Sind die Sozialhilfen wohl höher hier“, kommentiert halb scherzhaft, halb bitter ein Nutzer.

    „Wenn solche Kinder um Hilfe bitten, sollte man ihnen über das Jugendamt die Möglichkeit einer ausserhäuslichen Unterbringung anbieten“, schreibt eine andere Userin und zeigt damit auch, dass eine reine Abschiebung der gesamten Familie unfair gegenüber den Kindern sein könnte.

    Ein anderer sieht das Problem eher in der Sozialschwäche des Staates, sodass sich solcher Radikalismus von Eltern zu ihren Kindern verbreiten könne.

    Er schreibt: „Wen wundert es? Der Staat will kein Geld ausgeben. Die Städte sind Pleite. Die Infrastruktur verkommt. Gerichte lassen Straftäter laufen oder Klagen nicht an wegen Personalmangels.“

    Doch es gibt auch ganz gegensätzliche Meinungen hierzu. Einige Nutzer scheinen das Problem nicht bei den Salafisten-Eltern zu sehen, sondern bei Deutschland.

    So schreibt ein Nutzer mit dem User-Namen "Kemal Bozz Turk" zu vorherigen Kommentaren, dass man sich an deutsche Gesetze und Bräuche anpassen solle:

    "Solange ich mit keinem Gesetz in Konflikt gerate, könnt Ihr nichts von mir verlangen. Außerdem was verstehen sie unter anpassen? Das wir mit einer Bierflasche, uns dem Konsum hingeben? Das wir alle schwul werden und uns keiner Kultur und Traditionen mehr verbunden fühlen? Das Problem ist das die Deutschen keine Kultur mehr haben, deshalb wie kann man sich einer Kultur anpassen die es nicht mehr gibt?"

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    Tags:
    Islamismus, Dschihad, Salafismus, Islamischer Staat, Deutschland