12:35 25 November 2017
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    Berliner Polizistin auf einem Weinachtsmarkt (Archivbild)

    „Viele halten es nicht mehr aus“: Schülerin packt über Zustände an Polizeischule aus

    © AFP 2017/ Tobias Schwarz
    Gesellschaft
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    „Alles noch schlimmer“: Nach dem Skandal an der Polizeiakademie in Berlin-Spandau spricht eine Schülerin gegenüber dem „Berliner Kurier“ Klartext über die Zustände an jener Lehranstalt und die Probleme, mit denen sie und die Ausbilder tagtäglich konfrontiert werden.

    Eine Audio-Datei, in der sich ein Ausbilder über unhaltbare Zustände an der Berliner Polizeiakademie im Bezirk Spandau beklagte, hatte zuvor für einen Skandal gesorgt. Der Ausbilder sprach von Hass, Lernverweigerung und Gewalt in einer Klasse, in der viele Polizeischüler mit Migrationshintergrund säßen.

    Kurz darauf gelangte ein Brief an die Öffentlichkeit, in dem der sich selbst als LKA-Beamter bezeichnende Mann der Berliner Polizeiführung vorwarf, eine Unterwanderung durch arabische Clans zuzulassen. Später berichtete der rbb nach eigenen Recherchen über mindestens einen Schüler aus der Polizeiakademie, der Kontakt zu einem kriminellen Clan und einem Motorradclub haben soll.

    „Das, was geschrieben wurde, stimmt alles. Es ist teilweise sogar noch schlimmer. In den Zeitungen stand, unter den Polizeischülern sollen 30 Prozent einen Migrationshintergrund haben. Bei den beiden letzten Jahrgängen sind es wohl eher knapp 50 Prozent“, so eine Akademieschülerin, die anonym bleiben wollte, gegenüber dem „Kurier“. „Wir Frauen werden ständig angemacht, angeglotzt. Diese ganzen dummen und sexistischen Sprüche noch dazu. Das nimmt man sich echt zu Herzen.“

    Dieses Fehlverhalten sei mitunter aber auch bei einigen deutschen Schülern zu beobachten, die keinen Migrationshintergrund hätten. Die Zustände an der Akademie seien „furchtbar“, würden jedoch seit Jahren „unter den Teppich gekehrt“.

    „Viele, die sich hier bewerben, die sehen nur die tausend Euro Ausbildungsgehalt. Denen ist alles egal. Die haben keine Disziplin, kein Empathievermögen und eine Mentalität, die einfach nicht zur Polizei passt“, konstatiert die junge Frau.

    Viele würden offenbar gar nicht wissen, wie man mit Menschen umgehen sollte und was es bedeute, ein Polizist zu sein.

    Auch hätten viele keine Allgemeinbildung: „Von der deutschen Sprache fange ich gar nicht erst an. Das kann man sich nicht vorstellen. Die reden mit Ausbildern und Bürgern wie mit ihren Kumpels. Die können sich nicht vernünftig artikulieren. Da heißt es immer nur: Bruder, Digga, Alter. In fast jedem Satz.“

    Lehrkräfte würden sich außerdem oft krankmelden, es komme ständig zu Ausfällen. „Offiziell wegen Krankheit. Ich glaube aber, dass es viele Lehrer einfach nicht mehr aushalten. Die Klassenräume und die Sporthalle sind ständig dreckig und vermüllt. Die werden nicht mal mehr gereinigt. Das muss einfach alles mal gesagt werden“, schließt die Frau.

    Tags:
    Polizei, Berlin, Deutschland
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