20:26 20 Februar 2018
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    Wladimir Putin liest Zeitung (Archivbild)

    Fake-news: Auf die Russen, fertig, los!

    © Sputnik/ Alexey Druzhinin
    Gesellschaft
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    Wenn die Lüge ständig und auf allen Kanälen dröhnt, halten Menschen sie irgendwann für Wahrheit – so verhält es sich auch mit Fake News, sagt der italienische Publizist und Buchautor Roberto Vivaldelli im Sputnik-Gespräch. In seinem neuen Buch enthüllt er die Manipulationstricks der Medien. Und zeigt Gegenmittel auf.

    „Es sieht so aus, als müsste man heute von vornherein gegen die Russen sein, um im journalistischen Beruf überhaupt dazuzugehören“, bemängelt der Italiener. „Niemand will sich in ein Thema vertiefen. Ich höre nichts von Journalisten, die sich wirklich damit auseinandersetzen wollen, was tatsächlich passiert.“

    In seinem neuen Buch „Fake News. Manipulation und Propaganda in den Massenmedien“, das zunächst in italienischer Sprache erschienen ist, zeigt Roberto Vivaldelli mehrere Beispiele solchen „Russen-Bashings“ auf – von der Berichterstattung über die Kriege in Nahost bis zu Trumps angeblicher Russland-Affäre.

    „Ich habe mich dieses Themas angenommen, weil ich mich jahrelang mit Kriegen und Konflikten befasst und dabei versucht habe, die Grenzen offizieller Informationen zu überschreiten“, sagt Vivaldelli. Irgendwann habe er beschlossen, die wichtigsten Beispiele von Desinformation – kurz: Fake News – in einem Buch zusammenzufassen. 

    Die Taktik irreführender Nachrichten sei anfangs von den Liberalen in den USA angewandt worden, um Trump zu verhindern, erklärt der Autor. Doch inzwischen stehe in den Vereinigten Staaten alles im Bann der „Anti-Russland-Manie“, was sehr beunruhige: „Offensichtlich will jemand nicht, dass sich die Lage zwischen USA und Russland entspannt.“

    Im Fall mit der Russland-Affäre sei die Grenze des Absurden inzwischen erreicht: „Die Medien schreiben, Russland habe den Ausgang der Wahlen in den USA manipuliert, indem es bei Facebook für 60.000 Dollar Werbebanner gekauft habe. Allein schon der Gedanke, dass Werbebanner angeblich Wahlergebnisse beeinflussen können, macht mich sprachlos.“

    Und so schnell werde dieser Spuk wohl kein Ende finden: „Tag für Tag schrieben liberale Medien in den USA über Russlands angebliche Einmischung und Trumps Russland-Kontakte. Aber niemand lieferte Beweise“, betont der Autor.

    Neu war dieser Trick nicht. „Wochenlang schrieben Medien über angeblichen Völkermord in Aleppo – als die US-geführte Anti-IS-Koalition Raqqa verwüstete, sprach plötzlich niemand mehr über Genozid.“ In einem Krieg gebe es immer Opfer, nur komme es den Medien offenbar darauf an, wie man die Opfer interpretiert.

    Auch nach Europa sei diese Hysterie übergeschwappt: „Jetzt soll Putin schon auf die Lage in Katalonien Einfluss genommen haben. Selbst das schiebt man ihm in die Schuhe. Andere schreiben, Putin habe auf die Wahlen in Deutschland, in Italien und sonstwo Einfluss genommen. Das ist zum Verzweifeln für Jemanden, der die Wahrheit wissen will“, so Vivaldelli.

    Wer aber nicht klein beigeben will, für den gibt es einen Weg, wie der Schriftsteller erklärt: „Man muss Informationen nicht nur bei den Mainstream-Medien suchen. Wenn es zum Beispiel um Nordkorea geht, kann man ja auch lesen, was koreanische, chinesische oder russische Medien schreiben. Man muss alternative Quellen heranziehen, um sich seine Meinung zu bilden“, appelliert der italienische Publizist.

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    Tags:
    Wahleinmischung, Spekulationen, Fake-News, Manipulationen, Kriegsverbrechen, Medien, Donald Trump, Nahost, Aleppo, USA, Russland
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