07:55 05 Dezember 2020
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    Die Ukraine feiert nun offiziell am 25. Dezember Weihnachten nach dem gregorianischen Kalender. Der ukrainische Sicherheitsratssekretär Alexander Turtschinow kommentierte die Verabschiedung des entsprechenden Gesetzes, hat der Pressedienst des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates mitgeteilt.

    „Das ist eine ausschlaggebende historische Entscheidung, die die Position der Ukraine auf dem Weg zur europäischen Integration stärkt und uns erlaubt, mit Moskaus Kalendern und russischen imperialen Standards zu brechen“, so der Sicherheitsratssekretär.

    Die Ukraine feiere nun Weihnachten „zusammen mit der ganzen zivilisierten Welt, laut dem Kalender, nach dem wir leben“.

    Die Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) hat am 16. November mit großer Mehrheit den 25. Dezember zum arbeitsfreien Weihnachtsfeiertag erklärt. Damit hat das Land ab jetzt zwei Weihnachtsfeiertage. Denn auch der 7. Januar, Tag des orthodoxen Weihnachtsfestes, ist arbeitsfrei. Gleichzeitig beschlossen die Abgeordneten, den noch aus Sowjet-Zeiten stammenden Feiertag am 2. Mai abzuschaffen.

    Mehr zum Thema: Poroschenko stolz: Ukrainer werden „Heldentaten“ von Nazi-Kollaborateuren nacheifern

    Die Nachricht erntete eine scharfe Reaktion im Netz. Viele Benutzer empörten sich darüber, dass ein „mehrheitlich orthodoxes Land ein katholisches Weihnachten“ feiern werde. Einige fragten scherzhaft, wann die Rada auch das jüdische Chanukka zu einem offiziellen Feiertag erklären werde. Der Politologe Dmitri Kornejtschuk vermutete auf Facebook, diese Entscheidung sei unter dem Einfluss der „US-Baptistenlobby“ getroffen worden. 

    Sitzung des ukrainischen Parlaments in Kiew (Archivbild)
    © Sputnik / Pressedienst des ukrainischen Präsidenten
    In der Ukraine gibt es drei große orthodoxe Konfessionen: die zum Moskauer Patriarchat gehörende ukrainisch-orthodoxe Kirche, die Kirche des Kiewer Patriarchats und die fast 100 Jahre alte Ukrainische Autokephale Orthodoxe Kirche (UAOK). Nur vier Prozent der Einwohner sind dagegen evangelisch oder katholisch. Unter den registrierten christlichen Gläubigen sind es jedoch mehr als 30 Prozent, weil die orthodoxen Gemeinden ihre Kirchgänger weniger genau erfassen.

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    Tags:
    Fest, Feiertag, Kalender, Weihnachten, Werchowna Rada, Oberste Rada, Olexander Turtschynow, Alexander Turtschinow, Ukraine