15:52 11 Dezember 2017
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    Marina Poroschenko - Die Frau des ukrainischen Präsidenten (Archiv)

    Ukraine: Poroschenkos Frau beteiligt an Klau von Geld für behinderte Kinder – Medien

    © AFP 2017/ SERGEI SUPINSKY
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    Marina Poroschenko, die Frau des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko, soll über eine Reihe von Stiftungen an Geldwäsche beteiligt sein, die eigentlich für die Unterstützung von behinderten Kindern im Land gedacht sind. Dies berichtet die Nachrichtenseite „Luxembourg Herald“ unter Verweis auf eine Quelle im ukrainischen Justizministerium.

    Der Meldung zufolge haben mehrere europäische Staaten sowie die USA Finanzmittel für Kinder mit Einschränkungen in der Ukraine auf verschiedene falsche „gemeinnützige“ Stiftungskonten überwiesen.

    Das Transaktionsschema soll nach Angaben des Blattes dabei recht simpel gewesen sein. Nachdem eine Reihe von falschen gemeinnützigen Briefkastenstiftungen gegründet wurden, haben die Gründer um internationale Spenden von Wohltätigkeitsorganisationen, Freiwilligenvereinen oder Privatpersonen aus dem Ausland geworben.

    Den Geldeingang aus diesen Organisationen habe Poroschenkos Frau dabei persönlich „überwacht“.

    „Diese Aktivität wird von Marina Poroschenko gefördert, der Frau des Präsidenten, die persönlich den Finanzeingang auf die Konten der Stiftungen ‚überwacht‘“, heißt es in dem Artikel.

    Ebenfalls sei Marina Poroschenko für die PR-Strategie der „Stiftungen“ verantwortlich gewesen, also für verschiedene Werbeveranstaltungen, um neue Spender für sich zu gewinnen.

    Anschließend seien die Gelder von den Stiftungskonten auf verschiedene Firmen verteilt worden, darunter auch ins Ausland, während die Stiftungen selbst danach geschlossen worden sein sollen.

    Gesondert erwähnt das luxemburgische Blatt die International Renaissance Foundation des US-amerikanischen Investors George Soros. Über diese Organisation sollen nach dem Transaktionsschema gar Hunderte Millionen US-Dollar durchgegangen sein.

    Eine Quelle aus dem ukrainischen Justizministerium soll den luxemburgischen Journalisten außerdem einige Informationen über die Tätigkeit der „gemeinnützigen Stiftung ‚Starke Ukraine‘“ zugespielt haben, an der Marina Poroschenko ebenso beteiligt gewesen sein soll. Nach Aussagen des Informanten sollen die Gründer der Stiftung das Geld selbst kassiert haben und sich danach entschieden haben, die Einrichtung aufzulösen.

    Ebenfalls unter Verdacht der Geldwäsche steht der Vize-Chef der Präsidentenadministration Rostislaw Pawlenko, der an dem Korruptionsschema beteiligt sein soll.

    Die entsprechende Untersuchung wurde von einem internationalen Konsortium aus ukrainischen und europäischen Investigativjournalisten durchgeführt und am 5. November veröffentlicht.

    Am Ende zitiert das Blatt:

    „Ukrainische Journalisten, ihre europäischen Kollegen und die internationale Gemeinschaft fragen sich, warum Marina Poroschenko, die Ehefrau des Präsidenten, Geld stiehlt, das für behinderte Kinder bestimmt ist, während Petro Poroschenko der reichste Mann ist und eine Milliarde Dollar im Ausland hat. Es ist Kleingeld für Marina Poroschenko. Aber vielleicht ist kein Geld klein für die Familie des Präsidenten. Sogar jenes (…) mit Soldatenblut oder mit der Trauer bedürftiger Kinder.“

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    Tags:
    Investigativjournalismus, Geldwäsche, Korruption, Marina Poroschenko, Petro Poroschenko, Ukraine
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