08:53 20 April 2019
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    Frauen bei der Eröffnung eines Wohnviertels

    „Doppelte Zweckbestimmung“: So leben nordkoreanische Frauen – FOTOS

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    Gesellschaft
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    Anlässlich des Muttertages, den Nordkorea am 16. November gefeiert hat, sah sich Sputnik das Leben des schönen Geschlechts in der nordkoreanischen Gesellschaft genauer an.

    Laut einer Infografik in einem nordkoreanischen Museum, das zur Zeit der Joseon-Dynastie eine Akademie war, kostete im 16. Jahrhundert eine Bäuerin im gebärfähigen Alter viel weniger als ein Bulle, jedoch mehr als ein Mann. Sie ist ja die Mutter künftiger Arbeiter und Soldaten. Seitdem hat sich Vieles geändert. Heutzutage bekommen Frauen eine Ausbildung, eigene soziale Organisationen und haben sogar das Recht, eine Abtreibung vorzunehmen. Geschätzt werden sie aber vor allem wegen ihrer Rolle als Mütter. 

    In Nordkorea wird kein internationaler Frauentag gefeiert. Der vom Machthaber Kim Jong-un vor fünf Jahren angeordnete Muttertag wurde an den 16. November 1961 geknüpft, als Kim Il-Sung mit einer Rede über „die Pflichten der Mütter bei der Kindererziehung“ auftrat. Gefeiert wird mit nordkoreanischem Kolorit. So hat der Demokratische Frauenbund des Landes anlässlich der ersten feierlichen Veranstaltungen der nordkoreanischen Armee einige Mehrfachraketenwerfer übergeben, an deren Produktion Frauen beteiligt waren. 

    Nordkoreanische Frauen sind nicht nur in Militärfabriken tätig. Alle Reiseführer, Verkäufer in den Touristenläden und Verkehrspolizisten sind überwiegend Frauen. Während jedoch in der Fabrik und auf dem Feld Männer und Frauen gleiche Rechte haben, ist zu Hause keine Gleichberechtigung festzustellen. Hausarbeit und Kinder sind ausschließlich Frauenpflicht. Der Mann darf dabei einfach auf dem Sofa liegen und Fernsehen schauen. Es gibt nichtberufstätige Frauen, das sind aber eher Ausnahmen. 

    Die Nordkoreanerinnen sind die treuesten Frauen der Welt. Es ist nicht angebracht, sich scheiden zu lassen, unabhängig davon, wie der Mann sich benimmt. Trotz der gesetzlich festgelegten Gleichberechtigung ist die nordkoreanische Gesellschaft patriarchalisch. 

    Eine Familie mit mindestens zwei Kindern gilt in Nordkorea als glücklich. Die Frauen heiraten durchschnittlich mit 20 bis 23 Jahren, die Männer heiraten mit 27 bis 30, wenn sie bereits eine Ausbildung bekommen und ihren Wehrdienst geleistet haben. Die Hochzeitstraditionen unterscheiden sich von den Bräuchen in anderen Ländern. Das junge Paar organisiert zunächst eine große Feier für die Verwandten und Freunde, und erst danach lässt es seine Beziehung offiziell registrieren. Der Bräutigam schenkt seiner künftigen Frau einen Ring, selbst bekommt er aber ein anderes Geschenk – eine Armbanduhr. Deswegen ist es unmöglich, an einem Mann zu erkennen, ob er verheiratet ist oder nicht. 

    Mädchen üben einen Tanz
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    Mädchen üben einen Tanz

    Mädchen üben einen Tanz. Singen, ein Musikinstrument spielen und Tanzen ist ein Muss für alle Schülerinnen Nordkoreas.

    Frau auf einem Fahrrad
    © Sputnik / Ilja Pitaljow
    Frau auf einem Fahrrad

    Ein seltenes Bild – eine Frau auf einem Fahrrad. Das Fahrrad gilt in Nordkorea als Transportmittel für Männer.

    Hochzeitsaufnahmen
    © Sputnik / Maria Sidibe
    Hochzeitsaufnahmen

    Lieblingsorte für Hochzeitsaufnahmen sind Denkmäler. Die Braut und ihre „Freundinnen“ ziehen eine traditionelle Tracht an. Der Bräutigam und die Trauzeugen haben Paradeanzüge an. Nach dem Wehrdienst wird die Uniform zur Paradekleidung. 

    Nordkoreaner vor dem Beginn der Feierlichkeiten
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    Nordkoreaner vor dem Beginn der Feierlichkeiten

    In Nordkorea gilt es als üblich, in der Hocke zu sitzen. Vielleicht gibt es deshalb nicht einmal in der U-Bahn Bänke. 

    Verkehrspolizistin in Pjöngjang
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    Verkehrspolizistin in Pjöngjang

    An den Straßenkreuzungen sind immer Verkehrspolizistinnen anzutreffen, auch wenn es keine Autos gibt. Das ist ein Ehrenberuf für Frauen. 

    Schülerinnen in Nordkorea
    © Sputnik / Ilja Pitaljow
    Schülerinnen in Nordkorea

    Die Schülerinnen in Nordkorea tragen Uniform, ihre Elemente können unterschiedlich sein, aber die Frisur bleibt immer dieselbe. Einige Mädchen wollen ihre Frisur auch nach dem Studium nicht ändern.

     

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