03:49 21 April 2018
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    Polizisten auf den Straßen der Stadt San Martin in El Salvador

    Diese Länder haben die gefährlichste organisierte Kriminalität

    © REUTERS / Jose Cabezas
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    Experten des Weltwirtschaftsforums (WEF) haben den Einfluss krimineller Gruppierungen in 138 Ländern untersucht und herausgefunden, wo Kriminelle am aktivsten agieren.

    1. El Salvador

    Laut dem WEF-Rating ist Salvador jenes Land, das am stärksten unter den Umtrieben der organisierten Kriminalität leidet: Von sieben möglichen Punkten für die Sicherheit wurden ihm nur 1,5 Punkte zuerkannt. Zum Vergleich nennen die Autoren der Studie Finnland und Norwegen mit jeweils 6,8 und 6,1 Punkten, wo das Business kaum von der Kriminalität beeinflusst wird. Nach Angaben der Uno führt Salvador mit mehr als 108 Morden auf je 100.000 Einwohner die Liste der grausamsten Länder an. Die Experten sehen in dem Land ein „Epizentrum“ des Drogenhandels – wegen seiner geografischen Lage an der Grenze zwischen Nord- und Südamerika.

    2. Honduras

    Polizei-Patrouille in Tegucigalpa, Honduras
    © REUTERS / Edgard Garrido
    Polizei-Patrouille in Tegucigalpa, Honduras

    „Einer der grausamsten Orte der Welt befindet sich an der Küste von Honduras  und beiderseits seiner Grenze zu Guatemala“, heißt es im Bericht der UN-Verwaltung für Drogen und Kriminalität. So soll die Zahl der Morde im Jahr 2014 in San Pedro Sula 171,2 je 100.000 Einwohner betragen haben. Die WEF-Experten schätzen den Kriminalitätseinfluss deshalb auf 2,4 Punkte.

    3. Venezuela

    Spieler auf den Straßen von Caracas, Venezuela
    © REUTERS / Ricardo Moraes
    Spieler auf den Straßen von Caracas, Venezuela

    Caracas ist die gefährlichste Stadt der Welt. Dort kommen auf je 100.000 Menschen 130 Ermordete. Die Analysten sind überzeugt, dass die politische Instabilität dort der organisierten Kriminalität, deren Einfluss wachse, freie Hand lasse. Die Sicherheit in Venezuela wird mit 2,5 von sieben möglichen Punkten beurteilt.

    4. Mexiko

    Tatort in der mexikanischen Stadt Chilpancingo
    © REUTERS / Henry Romero
    Tatort in der mexikanischen Stadt Chilpancingo

    Im Jahr 2016 lag Mexiko nach der Zahl der Todesopfer bei bewaffneten Auseinandersetzungen in der Welt an zweiter Stelle, obwohl im Land offiziell gar kein Krieg geführt wird. Doch in der blutigen Schlacht zwischen den Behörden und den großen Drogenkartellen sterben alljährlich Zigtausende Menschen: Nach Experteneinschätzungen hat der Drogenkrieg in Mexiko allein im vergangenen Jahr über 20.000 Menschenleben gefordert. Im WEF-Rating werden dem Land 2,6 Punkte zugesprochen.

    5. Guatemala

    Ermittler vor einem Einsatz in Guatemala City
    © REUTERS / Luis Echeverria
    Ermittler vor einem Einsatz in Guatemala City

    Die WEF-Analysten schätzten den Einfluss der organisierten Kriminalität auf das einheimische Business mit 2,7 Punkten ein. In dem Land, das die Top 10 der Uno nach der Zahl der Morde beschließt, agieren die zwei größten kriminellen Gruppierungen der Region – die Mara Salvatrucha (auch MS-13) und die

    18th Street Gang (auch Calle 18, Barrio 18, La18 oder Mara-18). Beide haben nach dem Bürgerkrieg von 1996 an Gewicht gewonnen.

    6. Jamaika

    Soldaten in Jamaikas Hauptstadt Kingston (Archivbild)
    © AFP 2018 / Ratiba Hamzaoui
    Soldaten in Jamaikas Hauptstadt Kingston (Archivbild)

    Jamaikas Rating erreicht 2,9 von sieben Punkten. Bis zur Auslieferung an die USA befand sich der wohl „gefährlichste Drogenbaron der Welt – Christopher ‚Dudus‘ Coke“ im Land. Das US-Außenministerium betrachtet Jamaika als den Hauptexporteur von Cannabis und wichtigsten Transit-Hub für Kokain-Lieferungen aus Lateinamerika.

    7. Kolumbien

    Proteste gegen Regierungspolitik in Cauca, Kolumbien
    © REUTERS / Jaime Saldarriaga
    Proteste gegen Regierungspolitik in Cauca, Kolumbien

    Die Heimat des Drogenbarons Pablo Escobar (1949-1993) gilt als ein Kokain-Hauptlieferant an den Welt-Schwarzmarkt. Die Gesamtfläche der illegalen Coka-Anpflanzungen im Land wird auf ca. 100.000 Hektar geschätzt. Seit Jahresbeginn haben die kolumbianischen Behörden 337 Tonnen dieses Stoffs beschlagnahmt. Das WEF bewertet die „Verwundbarkeit“ des Landes durch die organisierte Kriminalität mit 2,9 Punkten.

    8. Tschad

    Im Tschad ist die organisierte Kriminalität eng mit den radikalen Islamisten aus der Gruppierung „Boko Haram“ verbunden. Das US-Außenministerium hat im Land einen großen Strom von geschmuggeltem Öl und Gold festgestellt. Außerdem gelangen Cannabis und Kokain über Tschad auf die Arabische Halbinsel. Die WEF-Experten geben dem Land 3,1 Punkte.

    9. Peru

    Peru ist der zweitgrößte Coca-Exporteur. Im Land existiert zwar ein ganzes Netzwerk einheimischer Drogenkartelle, doch das Niveau der mit der organisierten Kriminalität verbundenen Gewalt ist relativ niedrig. Wie der Erforscher des peruanischen illegalen Business, Evan Ellis, meinte, sei die relative „Nicht-Blutigkeit“ der einheimischen Mafia damit verbunden, dass der Schwarzmarkt von mehreren Familienclanen kontrolliert werde, die miteinander zu kooperieren verstünden. Die WEF-Experten bewerten die „Sicherheit“ in Peru mit 3,2 Punkten.

    10.  Jemen

    Moschee nach einem Bombenanschlag in Aden, Jemen
    © REUTERS / Fawaz Salman
    Moschee nach einem Bombenanschlag in Aden, Jemen

    Der Jemen beschließt mit 3,3 Punkten die Top 10 der am meisten von der Kriminalität beeinflussten Länder. Die Ursache sind hier die Massenarbeitslosigkeit und der seit 2014 andauernde bewaffnete Konflikt zwischen den Behörden und den Huthi-Rebellen.

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    Tags:
    Statistik, Verbrechen, Gefahr, Kriminalität, Nahost, Südamerika, Afrika