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13:42 18 Oktober 2019
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    Deutsch-russische Medienkonferenz: Junge Journalisten müssen Verantwortung lernen

    © Sputnik / Kirill Kalinnikow
    Gesellschaft
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    Die deutschen und russischen Medien können die Beziehungen durch Informationen erleichtern und stabilisieren, aber auch deutlich verschlechtern und eskalieren lassen. Deshalb geht es um die Verantwortung der medialen Berichterstattung, meint Martin Hoffmann, Vorstandsmitglied des Deutsch-Russischen Forums e.V. in einem Gespräch mit Sputnik.

    „Verantwortung scheint mir in einer Lage, in der man oft die Zuspitzung zwischen Russland und Europa erlebt, dazu beitragen zu können, dass man sachlich berichtet, kritisch berichtet, aber dass man auch deutlich macht, wie viele gemeinsame Interessen Russland und Europa haben, dass Europa darauf angewiesen ist, nur gemeinsam im 21. Jahrhundert überlebensfähig zu sein“, sagte Martin Hoffmann für Sputnik.

    Die diesjährige Medienkonferenz des Deutsch-Russischen Forums e.V. findet in der russischen Stadt Stawropol im Nordkaukasus statt und setzt sich unter dem Titel: „Im Dschungel der Wahrheit: Filterblasen und Echokammern vs. konstruktiver Diskurs“ mit dem Umgang der Medien mit der neuen Öffentlichkeit auseinander.

    Die neuen „Mitmachformate“ im Internet führen zur Auflösung der Grenzen zwischen professionellem Journalismus und Laienkommunikation. Die Phänomene der sogenannten „Echokammern“ und „Filterblasen“ treten erschwerend hinzu. Das Internet erleichtere die Kommunikation, jeder könne beim Dialog mitmachen, aber es gebe auch eine negative Seite, meint Hoffmann.

    „Viele Dinge, viele scharfe Kritikpunkte, die man einem direkt ins Gesicht nicht sagen würde, die kann man im Internet loslassen, das ist immer eine anonyme Größe. Einerseits hat eine Demokratisierung stattgefunden. Heutzutage kann jeder seine Meinung zu den deutsch-russischen Beziehungen im Internet äußern, nicht jeder ist sich aber der Verantwortung bewusst.“

    Das Seminar soll laut Martin Hoffmann deutlich machen, was Qualitätsjournalismus bedeutet. Was bedeutet, im Journalismus dafür einzutreten, das Deutsche und Russen, auch Europäer und Russen, eine gute Sachbasis haben für Zusammenarbeit, was Kritik und was Polemik ist. Das sind wichtige Punkte, die im Seminar herausgearbeitet werden sollen.

    „Da gibt es verschiedene Meinungen und wir erfreuen uns daran. Medien können die russisch-europäischen Beziehungen erleichtern, verbessern, stabilisieren. Sie können sie aber auch durch Dinge wie Filterblasen, durch Echokammern, durch unterschiedliche Formen von Fake-News deutlich verschlechtern oder sie eskalieren lassen.“

    Das Forum versammelte ehemalige Stipendiaten deutscher Förderprogramme, die heute als Journalisten in russischen oder ausländischen Medien tätig sind. In diesem Jahr sind neben deutschen Nachwuchsjournalisten auch deutsch- oder russischsprachige Teilnehmer aus den osteuropäischen Ländern und der GUS eingeladen.

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