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    Fünf Millionen Schusswaffen auf dem Schwarzmarkt – Ukrainer beklauen die eigene Armee

    © Sputnik / Ramil Sitdickov © AP Photo / Musadeq Sadeq
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    In der Ukraine häufen sich die Fälle von Diebstählen von Waffen, Munition oder Granaten mitten aus den Militärstandorten und deren Verkaufs auf dem Schwarzmarkt zu teils Billigpreisen. Nicht selten sind dafür ukrainische Militärangehörige selbst verantwortlich, berichtet das ukrainische Nachrichtenportal „Segodnya“.

    Die ukrainische Armee leidet zunehmend am illegalen Entwenden von Militäreigentum aus den Kasernen und dessen anschließenden Verkaufs auf dem Schwarzmarkt.

    Nach Angaben des Nachrichtenportals „segodnya.ua“ ist davon jeglicher beweglicher Besitz betroffen, angefangen von Militäruniformen über Funkgeräte bis hin zu scharfer Munition und Schusswaffen, darunter Maschinen- und Scharfschützengewehre.

    Allein in der letzten Woche wurden von der Militärstaatsanwaltschaft im Zentralen und im Westlichen Militärbezirk je ein Fall von illegalem Verkauf von militärischer Ausrüstung der ukrainischen Armee festgestellt.

    So wurde im Gebiet Tschernigow der illegale Verkauf von scharfer Scharfschützenmunition festgestellt. Dabei sollen ein Zivilist und ein Angehöriger der Armee die eigene Kaserne ausgeraubt haben.

    „Außerdem wurde später auch das Entwenden und der Verkauf eines Scharfschützengewehres für 24.000 Hrywnja (etwa 765 Euro – Anm.d.Red.) festgestellt“, heißt es weiter in einer Stellungnahme der Militärstaatsanwaltschaft.

    Nachdem einer der Täter festgesetzt worden war, konnten bei der Durchsuchung seiner Wohnung zudem mehrere Granaten und weitere Munition beschlagnahmt werden.

    In dem anderen Fall in der Region Lwiw hat ein 22-jähriger Soldat versucht, 15 Handgranaten für rund 17.500 Hrywnja (etwa 560 Euro) zu verkaufen.

    Nach Angaben des Nachrichtenportals unter Verweis auf die ukrainische Militärstaatsanwaltschaft nimmt die Zahl solcher Vorfälle dabei stetig zu.

    Allein in diesem Jahr kam es bereits zu mehr als 70 Verurteilungen im Zusammenhang mit illegalem Verkauf von Militäreigentum – und das betrifft nur die aufgedeckten Fälle. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2016 gab es 50 Verurteilungen.

    Insgesamt schätzen Experten, dass bis zu fünf Millionen Schusswaffen, die illegal aus Armeestandorten entwendet und anschließend auf dem Schwarzmarkt verhökert wurden, in der Ukraine im Umlauf sein könnten.

    Zwei vorwiegende Gründe werden für das Anwachsen dieser besorgniserregenden Tendenz genannt: Zum einen sollen Militärangehörige so versuchen, etwas Geld in ihre leeren Portemonnaies zu bekommen, zum anderen sei die Bewachung der Lager so schlecht, dass dies zum Entwenden des Kaserneneigentums nahezu animiere.

    Das ukrainische Verteidigungsministerium versucht das Problem derweilen zu relativieren:

    „Diebstähle finden in der Tat statt, aber wir beheben das Problem durch das Verstärken der Kontrollen vor Ort sowie durch regelmäßige Razzien.“

    Dennoch zweifeln Experten daran, dass das Problem ohne die massive Aufstockung des Lagerwachpersonals in den Griff zu bekommen sei.

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    Tags:
    Waffen, Schwarzmarkt, Diebstahl, Kasernen, Ukrainische Armee, Ukraine