12:17 26 Januar 2020
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    Arseni Roginski, einer der Gründer der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, ist im 72. Lebensjahr gestorben. Das teilte der Historiker Lew Lurje dem TV-Sender Doschd mit. Auch Memorial bestätigte den Tod seines langjährigen Mitarbeiters.

    Roginski starb in Israel an einer Krebserkrankung. In Deutschland wurde der Menschenrechtler für seine Arbeit unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

    Roginski wurde am 30. März 1946 in Welsk im Norden Russlands geboren. Der Historiker wurde 1981 wegen Dokumentenfälschung zu vier Jahren Lagerhaft verurteilt. Später wurden die Anschuldigungen aufgehoben, 1992 wurde er rehabilitiert. Ende der 1980er Jahre gehörte Roginski zu den Gründern von Memorial.

    Unter dem Dach des 1989 ins Leben gerufenen Memorial sind die Kapazitäten von Dutzenden Organisationen gebündelt, die sich den Menschenrechten und einer Aufarbeitung Stalinscher Repressionen verschrieben haben. Die russische Regierung hatte Memorial 2014 als „ausländischen Agenten“ eingestuft, weil die Gruppe Geld aus dem Ausland erhält.

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünschte in einem Kondolenzschreiben „allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Memorial auch weiterhin viel Kraft für Ihre wichtige Arbeit“. Außenminister Sigmar Gabriel wies darauf hin, dass Roginskis „Herzlichkeit, seine Ironie und seine Bescheidenheit allen, die ihn persönlich kannten, in Erinnerung bleiben werden… Die Nachricht vom Tod von Arseni Roginski erfüllt mich mit Trauer. Arseni Roginski verkörpert wie kaum ein anderer die Vergangenheit und Gegenwart der russischen Bürgerbewegung“, hieß es in Gabriels Kondolenzschreiben.

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    Tags:
    Krebs, Tod, Menschenrechtler, Israel, Russland