11:16 16 Dezember 2019
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    Videospiele (Symbolbild)

    Spielsucht offiziell als psychische Störung anerkannt

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    Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird zwanghaftes Spielen (gaming disorder) in die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD) aufnehmen, wie das Magazin „New Scientist“ schreibt.

    Die ICD war im 20. Jahrhundert alle zehn Jahre revidiert worden. Die bisher letzte, zehnte, ICD-Version war im Jahr 1990 bestätigt und seither nicht mehr erneuert worden.

    Laut einer vorläufigen Fassung der neuen ICD gilt eine Person als spielsüchtig, wenn sie immer mehr Zeit mit Spielen verbringt, sodass die Lust zum Spielen alle anderen Lebensinteressen überwältigt.

    Wie der WHO-Experte Wladimir Posniak gegenüber der Ausgabe sagte, „müssen die Fachleute zugeben, dass die Spielsucht ernsthafte gesundheitliche Folgen nach sich ziehen kann. Zwar leiden die meisten Menschen, die Videospiele spielen, an keiner Sucht, ebenso sind die meisten Menschen, die Alkohol konsumieren, keine Alkoholiker. Aber nichtsdestoweniger kann eine übermäßige Begeisterung für Spiele unter gewissen Umständen ungünstige Folgen haben.“

    Wie das Magazin unterstreicht, wird sich der Begriff Spielsucht in der Klassifikation der Krankheiten nicht auf Videospiele allein beschränken.

    Die neue, elfte Klassifikation der Krankheiten soll im Jahr 2018 verabschiedet werden.

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    Tags:
    Störung, Videospiele, WHO