19:07 19 November 2018
SNA Radio
    Polizei vor Kölner Bahnhof (Archivbild)

    Polizeigewerkschafter zu Silvester 2017: „Bereiten uns gelassen und entschlossen vor“

    © AFP 2018 / Patrik Stollarz
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    6912

    Alle schauen zum Jahreswechsel auf Köln: In der Silvesternacht vor zwei Jahren wurden Frauen hundertfach beleidigt, begrapscht und bestohlen. Damals war die Polizei überfordert. Im vergangenen Jahr waren in Köln 1.700 Polizisten im Einsatz. Auch danach gab es Kritik. Diskussionen sind auch in diesem Jahr vorprogrammiert.

    „Der Einsatz 2015 ist gründlich schiefgegangen“, sagt Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) gegenüber Sputnik. Es gab 1.200 Strafanzeigen allein nach der Kölner Silvesternacht, allein 500 wegen sexueller Übergriffe an Frauen. Silvester 2016 rüstete die Polizei auf. Allein in Köln waren rund um Hauptbahnhof und Domplatte 1.700 Beamte unterwegs. Es gab fast keine Straftaten, trotzdem aber Schelte. Die Polizei fokussierte sich auf Nordafrikaner, die als Haupttätiger der Übergriffe des Vorjahres galten. Dafür wurde ihr „Racial Profiling“ vorgeworfen.

    „Das bestreiten wir ausdrücklich! ‚Racial profiling‘ ist rechtswidrige Kontrolle, die sich allein daraus ergibt, dass jemand eine bestimmte Hautfarbe oder Ethnie hat“, widerspricht Wendt. „So etwas tut die Polizei nicht.“

    Die Polizei müsse aber mit diesem Vorwurf leben, der immer von bestimmter politischer Seite komme. „Man hat ja schon in den Ankündigungen gehört, dass da schon wieder linke Gruppen unterwegs sein werden, die die Polizei kontrollieren. Das sollen sie von mir aus tun.“ Der Polizeigewerkschafter meint mit Blick auf den Jahreswechsel in der Nacht zu Montag, die Planung auf den Einsatz laufe konzentriert, die Polizisten bereiten sich gelassen und entschlossen vor. Neben den Beamten komme auch moderne Technik wie Kameras und Licht zum Einsatz: „Wir werden alles tun, um die Menschen zu schützen – ungeachtet des linken Geschreis vom Wegesrand.“

    Polizei sorgt für Sicherheit vor Ort

    In Nordrhein-Westfalen wird laut Wendt die komplette Bereitschaftspolizei zum Jahreswechsel im Dienst sein. Neben Köln gebe es noch andere Großstädte. Darüber hinaus habe es 2015 nicht nur eine „Kölner Silvesternacht“ gegeben: „Das Phänomen der gruppenweisen Belästigung von Frauen, dieses Begrapschen bis hin zur Vergewaltigung, hat es ja auch in anderen Städten gegeben.“ Die Polizei werde alle technischen Möglichkeiten ausnutzen, solche Straftaten zu vermeiden. Einzelheiten darüber wollte Wendt nicht verraten.

    Trotz aller Vorbereitung könne die Polizei Verbrechen nicht ausschließen, hebt der Polizeigewerkschafter hervor. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand:

    „Manchmal wundere ich mich schon über die Bedenkenlosigkeit, mit der manche Frauen an dunklen Plätzen und Straßen unterwegs sind. Sie gehen nachts um drei, vier Uhr allein zu Fuß nach Haus, um zehn Euro für das Taxi zu sparen. Das ist leichtsinnig – nicht nur zu Silvester, sondern immer.“

    Die Polizei könne nicht überall sein – aber da, wo sie vor Ort ist, sorge sie für Sicherheit.

    Das komplette Interview mit Rainer Wendt zum Nachhören: 

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Freiburg: Betrunkener Flüchtling greift Polizisten an – Diensthund übt Rache
    Merkel ignoriert Flüchtlingsrechnung aus Freiberg
    Was einen Flüchtling auf Weihnachtsbaum trieb
    Städte schlagen Alarm: Harte Linie gegen kriminelle junge Flüchtlinge
    Tags:
    Flüchtlinge, präventiv, sexuelle Belästigung, Ausschreitungen, Bahnhof, Massenschlägerei, Migranten, Polizei, Frauen, Kölner Dom, Silvesternacht, Deutsche Polizeigewerkschaft, Köln, Deutschland